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C. Handel

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Eselsgeschichte

Aus der Sendung „Mit Volksmusik ins Land hinaus“ erzählt von Albert Hofele
Sendung im Süddeutschen Rundfunk Stuttgart um 1965
Der Vortrag wurde in Stuttgarter Honoratiorenschwäbisch gehalten und ist fast wortgetreu nachgeschrieben.

Eselgeschichte

Nachdem mir die Wannweiler ausdrücklich erlaubt haben, Ihnen liebe Hörer auch noch ihren Spitznamen zu verraten, kann ich Ihnen ja ruhig erzählen, daß die Wannweiler „Esel“ genannt werden. Also ich finde, etwas unpassenderes hätte man sich wirklich nicht einfallen lassen können. Das beweist schon die Tatsache, daß die angebliche Esel soviel Humor aufbringen. Die verschiedene Erklärungen über die Entstehung des Necknamens selber am herzlichsten zu lachen. Damit aber auch Sie, liebe Hörer auch etwas zum Lachen haben, hier die meiner Ansicht nach die netteste Version: Vor vielen, vielen Jahren soll ein braver, aber offenbar nicht sehr heller Wannweiler einen großen Kürbis gefunden haben, ohne jedoch zu ahnen, um was es sich dabei handelt. In seiner begreiflichen Aufregung und wißbegier ist er gleich zu ein paar in der Nähe weilenden Eselstreiber gegangen, die ihm mit vergnügtem Schmunzeln versichert haben, daß die riesige Kugel ein Esel-Ei sei, das einer von ihren Eseln gerade eben gelegt hätte. Da der strahlende Finder schon lange gerne einen Esel gehabt hätte und die Treiber allem Anschein nach nicht gerade abgeneigt waren gegen entsprechende Bezahlung auf die Rückgabe von dem Ei zu verzichten, ist man schnell handelseinig geworden. Um ein stattliches Sümmchen ärmer, aber um das Ei nebst vielen guten Ratschlägen für die Ausbrütung reicher, ist der biedere Wannweiler sofort zur Firsthalde gewandert, um sich dort in aller Ruhe seinem Brutgeschäft zu widmen. Stunde um Stunde ist er reglos auf dem Kürbis gehockt, bis ihn seine Sitzfläche derart gejuckt hat, daß er´s ohne ein bißchen zu kratzen einfach nicht mehr ausgehalten hat. Aber leider hat das Ei gleich die erste Bewegung dazu benützt sich Selbständig zu machen und atempo den Hang hinunter ins Tal zu rollen. In seinem ebenso verzweifelten wie hoffnungslosen Bestreben sein teuer erworbenes Ei noch einzuholen, hat der Wannweiler mit ansehen müssen, wie die Kugel unten an einem Kleeacker an einen Baum geprallt und zerschellt ist. Da er jedoch beobachtet hart wie fast im selben Moment ein kleines, braunes Tierlein mit langen Ohren an der Unglücksstelle aufgesprungen und dann in gestrecktem Galopp Querfeldein gerast ist, da ist seine Enttäuschung in helle Begeisterung umgeschlagen. Halt, Esele halt, hat er dem aufgescheuchten Häsle, denn um ein solches hat es sich natürlich gehandelt, nachgeschrien, jetzt halt doch du Esel, halt doch, siehst Du denn nicht, ich bin´s doch, Dein Vatter.

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