Sitzungsbericht aus der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vom 17. Januar 2019

 

TOP 1 Vereidigung und Verpflichtung des neu gewählten Bürgermeisters Dr. Christian Majer

 

Die Vorsitzende begrüßt den Gemeinderat, die Presse, Herrn Dr. Majer und die zahlreich erschienenen Zuhörer und erläutert, dass die Vereidigung und die Verpflichtung des neugewählten Bürgermeisters Herr Dr. Majer gemäß Gemeindeordnung durch den Gemeinderat erfolge. Der Gemeinderat habe Herrn Herrmann, den 1. stellvertretender Bürgermeister, für die Vereidigung und Verpflichtung gewählt. Anschließend übergibt die Vorsitzende das Wort an Herr Herrmann.

 

GR Herrmann ruft den Tagesordnungspunkt 1 auf.

 

Es gilt der gesprochene Wortlaut:

 

„Sehr geehrte Frau Rösch,

Sehr geehrter Herr Dr. Majer,

Verehrte Gäste,

Meine Damen und Herren,

 

Zu diesem Tagesordnungspunkt darf ich sie, meine Damen und Herren ganz herzlich hier im Sitzungssaal des Wannweiler Rathauses begrüßen. Ein besonderer Gruß gilt natürlich den beiden Hauptpersonen der heutigen Sitzung, Frau Anette Rösch und Herrn Dr. Majer, die beide das erste und zugleich das letzte Mal gemeinsam mit uns am Ratstisch Platz genommen haben. Dann heiße ich natürlich die Angehörigen von Frau Rösch und Herrn Dr. Majer herzlich willkommen, ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, Vertreter der Vereine und Gäste aus nah und fern. Ich freue mich über die Anwesenheit etlicher Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde, wobei natürlich die große Festveranstaltung ja morgen Abend in der Uhlandhalle stattfinden wird, wozu ich natürlich an dieser Stelle herzlich einlade.

Ein herzliches Grüß Gott gilt den Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates und den Vertreter der Weltöffentlichkeit, Ihnen meine Herren der Presse. Ich danke Ihnen allen, dass Sie sich heute die Zeit nehmen, um der Vereidigung und Verpflichtung von Herr Dr.Majer beizuwohnen und mit dem Gemeinderat zusammen diese für eine Gemeinde doch sehr wichtige Personalbesetzung an der Spitze unserer Gemeinde zu begleiten und die formalen Voraussetzungen für die Amtsübernahme zu schaffen. Auf der TO steht Vereidigung und Verpflichtung, nicht Einsetzung und Verabschiedung. Das werden wir morgen, wie erwähnt, mit einem Festakt in der Uhlandhalle begehen. Aber - heute ist zweifellos eine besondere Sitzung des Gemeinderates. Man kann sie im Gemeindeleben durchaus als historisch bezeichnen, denn es ist jetzt in Wannweil gerade mal der dritte Bürgermeisterwechsel und damit die 3. Sitzung dieser Art in den letzten 52 Jahren. Rüdiger Scherret stand 28 Jahre, Frau Rösch 24 Jahre an der Spitze unserer Gemeinde. Und heute vereidigen und verpflichten wir im Gemeinderat wieder einen neu gewählten Bürgermeister, der das Gemeindeschiff in den nächsten Jahren steuern und in die richtige Richtung lenken soll, natürlich unterstützt von den 14 Gemeinderäten eben an diesem Tisch.

 

Dr. Christian Majer hat heute das erste Mal offiziell an unserem Ratstisch Platz genommen. Noch nicht als Vorsitzender und noch nicht ganz als neuer Bürgermeister, sondern zu seiner Vereidigung und Verpflichtung. Neuer Bürgermeister wird er formal erst am Montag mit seinem Amtsantritt sein. Heute hat unsere scheidende Bürgermeisterin, Frau Anette Rösch, das letzte Mal zusammen mit dem Gemeinderat an diesem Tisch Platz genommen, das letzte Mal nach 24 Jahren und vielen Sitzungen. Für beide Hauptpersonen sicher ein bewegender, sehr emotionaler Moment, jeweils aus unterschiedlichen Positionen heraus. Da ist das Gefühlsleben in Wallung, man könnte jetzt viele Attribute nennen, um das zu beschreiben. Zum einen ist es ein nach vielen Jahren gewollt und nach reiflicher Überlegung entschiedenes Ausscheiden aus einem schwierigen, anspruchsvollen Amt. Aus einem Amt, das ununterbrochen den ganzen Einsatz, die ganze Frau, den ganzen Mann beansprucht und fordert. Zum anderen ist ein mit Engagement angestrebtes und gestecktes Ziel erreicht - nämlich eben jenes Amt innezuhaben, auszufüllen, Weichen zu stellen. Für Sie, Herr Dr. Majer, ein Grund zur Freude. Es kann losgehen. Für Sie beide beginnt deshalb in den folgenden Tagen ein neuer Lebensabschnitt, aber für Sie gemeinsam heißt es:

 

Es öffnen sich nun andere, neue Türen, man geht andere, neue Wege, neue Herausforderungen warten und neue Aufgaben müssen angegangen und erledigt werden, vielleicht aber auch alte zu Ende gebracht oder aber weitergeführt werden. Dazu wünschen wir Gemeinderäte alles Gute und viel Erfolg.

 

Nun aber zu den formalen Voraussetzungen für die Verpflichtung und die Vereidigung. Die 3. und gleichzeitig letzte Amtsperiode von Frau Rösch war exakt beendet am 12. Januar 2019. Am 13.Jan. 1995, einem Freitag vor 24 Jahren, hatte Frau Rösch ihr Amt angetreten. Die erforderliche Neuwahl wurde am 21. Oktober 2018 ordnungsgemäß durchgeführt. Frau Rösch hat auf eine weitere Kandidatur verzichtet und Dr. Christian Majer ist mit großer Mehrheit von den Wannweiler Bürgerinnen und Bürgern bereits im ersten Wahlgang als ihr Nachfolger im Amt gewählt worden. Einsprüche gegen die Wahl wurden nicht erhoben und das Landratsamt Reutlingen hat die Wahl mit Bescheid vom 13.11.2018 inzwischen für rechtswirksam erklärt. Dr. Majer tritt sein Amt am Montag, den 21.Jan. 2019 an. Aus diesem Grunde wurde Frau Rösch auf Beschluss des GR für die Zeit vom 13.1.19 - 20.1.19 also bis Dr. Majer formal im Amt ist, noch als Amtsverweserin bestellt. Formale Voraussetzungen für den Amtsantritt sind Vereidigung und Verpflichtung des gewählten Bürgermeisters - und das möchten wir heute tun. Nach der Gemeindeordnung muss der Gemeinderat einen Vertreter aus seiner Mitte wählen, der die Vereidigung und Verpflichtung vornimmt. Diese Wahl fand in der Gemeinderatssitzung am 5. Nov. 2018 statt. Der Gemeinderat bestimmte den 1.stv.BM, GR Herrmann, die Vereidigung und Verpflichtung vorzunehmen. Ich darf Ihnen kurz erläutern, was hierbei geschieht und was die beiden Begriffe beinhalten:

 

Bei der Vereidigung nach dem Landesbeamtengesetz leistet der Wahlbeamte, Dr. Christian Majer, den beamtenrechtlichen Eid auf die Verfassungen des Bundes und des Landes – das ist also die beamtenrechtliche Seite. Bei der Verpflichtung nach § 42 der Gemeindeordnung verpflichtet sich der Bürgermeister, sich mit aller Kraft für das Wohl der Gemeinde und ihrer Bürger einzusetzen – das

ist quasi die kommunalpolitische Seite. Diese Verpflichtung nehme ich Herrn Dr. Majer dann per Handschlag ab.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Majer, heute schaffen wir die formalen Voraussetzungen, damit Sie am Montag, den 21.1.2019 ihr Amt als Bürgermeister der Gemeinde Wannweil antreten können. Sie übernehmen ein Amt, das hohe Anforderungen an seinen Inhaber stellt. Die Zeiten werden nicht einfacher und die Amtsführung in diesem Zusammenhang auch nicht. Höhen und Tiefen werden im Laufe der Zeit auf Sie zukommen - vor allem aber viel Arbeit und ein hoher zeitlicher Aufwand wird ihr tägliches Brot sein. Das Aufgabenspektrum ist breit gefächert und reicht von Kindergärten, Schule, Erhalt der Infrastruktur, Bauhof, Kontakt mit den Vereinen und Kirchen - um nur ein paar Beispiele zu nennen, bis hin zur Personalverwaltung wie bei einem mittelständischen Unternehmen. Die Gemeinde ist in der Gesamtbetrachtung nichts anderes als ein mittelständisches Unternehmen, das entsprechend geführt werden muss - natürlich mit dem gravierenden Unterschied zur Freien Wirtschaft: Sie haben einen Gemeinderat, dem wichtige Entscheidungen vorbehalten sind und der berät, unterstützt, aber auch die notwendige Kontrolle über die Verwaltung, über die Unternehmensführung ausübt. Das nehmen wir in Wannweil doch sehr genau. Aber wir sind auch immer bestrebt, mit Ihnen zusammen die besten Lösungen für unsere Gemeinde zu finden und umzusetzen. Viel, sehr viel ist von ihrer Vorgängerin schon geleistet worden. Sie können eine intakte Gemeinde übernehmen, die trotz begrenzter finanzieller Ressourcen relativ gut dasteht. Aber es stehen noch genug größere und kleinere Problemfelder an, die in den kommenden Jahren bewerkstelligt werden müssen. Entscheidend wird deshalb die Fortführung einer soliden Finanzpolitik sein, so wie wir es in Wannweil seit vielen Jahren praktizieren. Wichtig ist sicher auch, die anstehenden Probleme dem Bürger gegenüber transparent zu machen und ihn in geeigneter Weise in aktuelle, wichtige Geschehnisse mit einzubinden. Ich darf 4 Ihnen versichern, dass der Gemeinderat Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. Sie werden bei uns den Rückhalt finden, den Sie für Ihre Arbeit brauchen. Aber wir werden auch kritisch die Sachthemen hinterfragen um dann gemeinsam mit der Verwaltung, gemeinsam mit Ihnen, zu einem guten Ergebnis zu kommen. Wir wissen, Sie sind sehr engagiert und hoch motiviert. Das hat sich schon gezeigt, wie Sie ihren Wahlkampf geführt haben. Und deshalb sind wir auch davon überzeugt, dass Sie ihre ganze Kraft und Energie zum Wohle unserer Gemeinde einsetzen werden. Um dies in guter Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Bürgermeister zu tun, darf ich Sie, Herr Dr. Majer , heute vereidigen und verpflichten, damit Sie ab 21. Januar 2019 offiziell Ihres Amtes walten können.

 

Herr Majer, ich darf Sie nun zu Ihrer Verpflichtung und Vereidigung zu mir bitten. Und sie, meine Damen und Herren, darf ich nun bitten, sich von Ihren Plätzen zu erheben, damit ich die Vereidigung und Verpflichtung durchführen kann.

 

Herr Majer, ich lese den Text der Vereidigungsformel nach § 71 LBG vor und Sie antworten mir darauf:

 

„Ich gelobe es, so wahr mir Gott helfe.“   

 

Der Text lautet:

 

Ich gelobe, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

 

Herr Dr. Majer antwortet: Ich gelobe es, so wahr mir Gott helfe.

 

Daran anschließend bitte ich Sie nunmehr, mir die Verpflichtungsformel nachzusprechen. Sie lautet:

 

Ich gelobe Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Pflichten. Insbesondere gelobe ich, die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern

 

Herr Dr. Majer spricht die Verpflichtungsformel nach.

 

 

Ich nehme Ihnen diese Verpflichtung nunmehr per Handschlag ab.

 

 

Herr Herrmann und Herr Dr. Majer geben sich die Hand.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Majer, die formalen Voraussetzungen für Ihren Amtsantritt sind nun erfüllt.

 

Im Namen des Gemeinderates und der Wannweiler Bevölkerung wünsche ich Ihnen für Ihre neue Aufgabe alles Gute und Gottes Segen für ihre Arbeit, Gesundheit und die notwendige Kraft für das Amt, Mut, Zuversicht und allzeit eine glückliche Hand zur Lösung der Problemfelder, viel Freude bei der Arbeit und eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und den Bürgern unserer Gemeinde, vor allem aber wünsche ich Ihnen, dass Ihr Wirken zum Wohle der Gemeinde Wannweil und ihrer Bürgerinnen und Bürger gelingen möge.“

 

Herr Herrmann überreicht Herrn Dr. Majer die obligatorischen zwei Bände der Gemeindeordnung.

 

GR Dr. Treutler beglückwünscht Herrn Dr. Majer und wünscht sich eine gute Zusammenarbeit.

 

GRin Franz-Nadelstumpf beglückwünscht Herrn Dr. Majer ebenfalls, wünscht ihm alles Gute und überreicht ihm ein kleines Präsent.

 

GRin Lietz gibt den Ratschlag, dass Herr Dr. Majer niemals Angst haben solle, etwas Neues auszuprobieren und er immer daran denken solle, dass die Arche von Amateuren und die Titanic von Profis gebaut wurde. Sie wünsche ihm alles Gute, einen angenehmen Start und überreicht ihm ebenfalls ein kleines Präsent.

 

Herr Dr. Majer führt aus, er sei nicht auf die Welt gekommen sei, um Bürgermeister zu werden. Er habe sich in Wannweil aus voller Überzeugung beworben und versuche dies auch im Wahlkampf rüber zu bringen. Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl habe ihn riesig gefreut. Am kommenden Montag, den 21.01.2019, werde er offiziell mit seiner Tätigkeit als Bürgermeister von Wannweil beginnen. Frau Rösch habe ihn herzlich empfangen und ihm schon einige Einblicke in die Materie gegeben. Man müsse kein Experte sein, um zu erkennen, dass in den letzten 24 Jahren hervorragende Arbeit geleistet wurde. Frau Rösch hinterlasse große Fußstapfen, dennoch sei er sehr zuversichtlich, dass er die hervorragende Arbeit weiter führen könne. Er habe ein tolles und intaktes Team übergeben bekommen, von denen er die meisten schon kennenlernen durfte. Der Gemeinderat bestehe aus unterschiedlichen Persönlichkeiten, die sich in ihren jeweiligen Branchen sehr gut auskennen würden. Somit könne man sicher sein, dass man immer zu einem guten Ergebnis kommen werde. Wichtig sei, dass die Gemeindemitarbeiter und der Gemeinderat nicht alle Probleme alleine lösen können. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, benötige man auch die Unterstützung der Bürgerschaft. Jedermann, der ihn kennengelernt habe, wisse, dass er jemand sei, der gerne zuhöre und auch die Meinungen anderer respektiere. Daher könne er nur darum bitten, dass man keine Scheu habe und bei Problemen den direkten Kontakt zu ihm suchen solle. Je näher der erste Arbeitstag heranrücke, desto größer sei die Vorfreude. Die Herausforderungen werden ständig wechseln, aber er werde sich nie ausruhen und die Probleme bewältigen. Herr Dr. Majer betont noch einmal, dass er für alle Bürgerinnen und Bürger da sei und freue sich auf viele gemeinsame Gespräche.

 

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.

 

TOP 2 Bekanntgaben und Informationen

 

Die Vorsitzende lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich zu ihrer Verabschiedung und der Einsetzung von Herrn Dr. Majer am 18.01.2019 in der Uhlandhalle ein.

 

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.

 

 

 

TOP 3 Abschied von Frau Bürgermeisterin Rösch aus dem

Gemeinderatsgremium

 

GR Herrmann bedankt sich bei Frau Rösch für die letzten gemeinsamen 24 Jahre.

 

Es gilt der gesprochene Wortlaut:

 

„Sehr geehrte Frau Rösch,

 

fast auf den Tag genau 24 Jahre ist es her, dass Sie im Gemeindehaus - das neue Rathaus war damals noch im Bau - verpflichtet und vereidigt wurden. Vielleicht ist im Rückblick auch ganz spannend zu erwähnen, wer damals im Gemeinderat war - viele davon sind heute nicht mehr im Gremium, zwei bereits leider verstorben, andere hochbetagt. Gogel, Mann, Sier, Kommanschek, Sommer, Bender, Keil, Wünsche, Fetzer, Kurz, Zieker, Raiser, Herrmann und Bader. Die beiden letztgenannten sind übriggeblieben - ich meine das im positiven Sinne - und waren Ihre Wegbegleiter in all den 24 Jahren.

 

Ich erinnere mich noch gut an den damaligen Wahlkampf, der gar nicht so ohne Komplikationen ablief, wie dieses mal. Starke Mitbewerber erforderten einen 2. Wahlgang und auch da ging es dann relativ knapp her - aber Sie haben sich durchgesetzt. Mit Engagement, Mut und einem starken Willen haben Sie die Leute überzeugt und ich habe immer gesagt, wer die "Hasenkiste" hinter sich hat, wird am Schluss die Nase vorn haben - und das waren Sie.

Das könnte man heute vermutlich so nicht mehr sagen und auch daran merkt man, dass 24 Jahre eben eine lange Zeit sind und sich auch im Flecken einiges verändert hat. Eine Vielzahl an neuen Bürgern ist hinzugekommen, viele Alteingesessene sind verstorben, die Einwohnerstruktur, aber auch die Vereinskultur haben sich verändert.

 

Es gibt auch nicht mehr viele Mitarbeiter, die aus Ihrer Anfangszeit noch im Hause sind. Von den Amtsleitern ist es noch Volker Steinmaier, der zum lebenden Inventar dieser Gemeinde gehört und

nicht zu vergessen, die Damen ihres Vorzimmers Mechthild Ulbrich und Isolde Mayer. Alles unterliegt halt dem Wandel der Zeit. Zwei Mal - 2002 und 2010 - wurden Sie mit klaren und repräsentativen Ergebnissen überzeugend wiedergewählt. Kompetente Mitbewerber hatten sich nicht getraut, gegen die Amtsinhaberin anzutreten. Aber dieses Mal haben Sie sich entschieden, nicht mehr zur Wahl anzutreten. Wir wissen, dass Sie sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht haben, sind Sie doch mit Leib und Seele Bürgermeisterin. Aber es galt abzuwägen - weitere Jahre Stress, Hektik, Problemlösungen, Terminnöte, Auseinandersetzungen, gesundheitliche und familiäre Aspekte. Die Entscheidung fiel nach reiflicher Überlegung. Wenngleich selbst für die engsten Mitarbeiter überraschend, so doch mit großem Verständnis von allen Seiten, denn dieses Amt ist wahrlich kein Zuckerschlecken, sondern stellt hohe Anforderungen an seinen Inhaber.

 

Sie Frau Rösch, sind diesen Anforderungen in vollem Umfange gerecht geworden. Sie haben sich mit erheblichem Engagement eingebracht und in diesen langen Jahren unter Zurückstellung privater Interessen alles gegeben. Angefangen vor 24 Jahren haben Sie als jüngste Bürgermeisterin in Baden Württemberg, inzwischen gehören Sie zu den "altgedienten" Bürgermeistern im Landkreis Reutlingen. Sie wissen, wie der Hase läuft und haben in dieser langen Zeit eine Menge gute, manchmal aber auch nicht so gute Erfahrungen gemacht.

 

Es waren 24 erfolgreiche Jahre mit einem breiten Aufgabenspektrum, das abgearbeitet wurde. Ich möchte das heute nicht alles näher ausführen, weil es nicht nur den heutigen Rahmen sprengen würde. Wir werden da morgen auch mit einer Bilderschau, die V. Steinmaier zusammengestellt hat, näher darauf eingehen. Aber doch ein paar wenige Schlagworte möchte ich erwähnen - und wir alle wissen ja dann, wovon wir sprechen:

 

Rathausneubau, Gustav-Werner Straße, Verkehrskonzeption, Tempo 30, Kreisverkehr, Verlegung Bauhof, Pflegeheim, Dorfsanierungsprogramm 1 und 2, Generalsanierungen Gemeindehaus und altes Schulhaus in der Eisenbahnstraße, Schule

mit Ganztagesbetreuung, vorbildliche Kinderbetreuungs­einrichtungen, Friedhof, Bebauung Spinnereigelände, Ansiedelung eines Marktes für die Wannweiler Bevölkerung, Verlegung Feuerwehrhaus, jetzt aktuell Projekt Sozialer Wohnungsbau oder Neubau des Kindergarten Jahnstraße, um nur die wichtigsten Investitionen und Projekte zu nennen.

 

Sehr vieles ist in diesen Jahren auf den Weg gebracht worden und das Gesicht der Gemeinde hat sich an zentralen Punkten für das Ortsbild positiv geändert und als ganz wesentliches Fazit ist festzustellen:

 

Sie übergeben eine Gemeinde, die nicht nur finanziell gut dasteht. Wannweil hat eine weitgehend intakte Infrastruktur, derzeit noch keine Schulden, es ist keine Kreditaufnahme erforderlich, eine Nettoinvestitionsrate von knapp 700.000 € im neuen Haushalt und eine Rücklage von gut 1,7 Mio. €. Das wird in den kommenden Jahren zwar nicht mehr ganz so bleiben, aber zum jetzigen Zeitpunkt, zum Zeitpunkt Ihres Abschieds, ist es Fakt.

 

Dies trotz Stürme, Hochwasser, Hagel. Unwetterereignisse, die tiefe Löcher in unsere Haushalte gerissen und uns um fast zwei Haushaltsjahre zurückgeworfen haben. Aber nicht nur das - diese Ereignisse haben vor allem aber das Ortsbauamt, ja die ganze Verwaltung mit Arbeit überschüttet. Neben der kostenintensiven Sanierung ganzer Straßenzüge sind als ganz wichtiger Bereich die Kinderbetreuungseinrichtungen zu nennen. Sie sind in Wannweil Dank Ihrer Initiativen, Frau Rösch, und dem tatkräftigen Wirken von V. Steinmaier, wirklich vorbildlich. Jetzt, ganz aktuell, wurde unser neuer Kindergarten "Regenbogen" in der Jahnstraße eröffnet. Aber schon wieder müssen wir uns über neue Unterbringungsmöglichkeiten Gedanken machen. Beschlüsse zu einem Waldkindergarten wurden erst kürzlich gefasst. Ich möchte es bei dieser schlaglichtartigen Betrachtung belassen.

 

Also, sehr viel ist in diesen Jahren geleistet und auf den Weg gebracht worden. Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen dem Gemeinderat und Ihnen und Ihrer Verwaltung im Ergebnis sicher als

sehr gut zu bezeichnen. Manchmal haben wir hart in der Sache gerungen, waren nicht immer der gleichen Meinung, haben hitzige Diskussionen auch öffentlich geführt, wo andere nichtöffentlich vorberaten, aber ich denke, wir haben alle gemeinsam gute Lösungen für unsere Gemeinde hinbekommen. In sage und schreibe 380 Gemeinderatsitzungen mit 4325 Tagesordnungspunkten haben wir uns mit großen und kleinen Problemen beschäftigt, sie beraten, beschlossen und die Verwaltung hat es umgesetzt. Hinzu kommen 354 Ausschusssitzungen mit 1310 Tagesordnungspunkten.

 

Da wundert es nicht, Sehr geehrte Frau Rösch, die 24 Gemeindehaushalte Ihrer Dienstjahre haben ein Gesamtvolumen von rund 250 Mio. €, davon allein in den Investitionshaushalten rund 65 Mio. €. Aber es waren nicht nur diese Investitionsmittel, sondern es wurden ja auch erhebliche Beträge aus den Verwaltungshaushalten in Investitionen umgewandelt für ein wirklich unheimlich breites Spektrum an kommunalen Aufgaben, Themen und Problemstellungen.

 

Sehr geehrte Frau Rösch, ich weiß, dass Sie Ihren Beruf nie als Job, sondern immer als Berufung betrachtet haben. Deutlich wird dies vor allem auch, wenn man Ihr Engagement in der Familien – und Sozialpolitik anschaut. Seniorenarbeit, Kindergärten, Jugend, Schule, Bildung usw. - diese Themenfelder stehen bei Ihnen weit oben. Das zeigt vor allem auch Ihr ehrenamtliches Engagement. Da sage ich nur Diakoniestation Härten, Freundeskreis Pflegehaus, Fröhliches Alter, Besuchsdienst, aber auch Ihr Engagement in der Partnerschaft mit Mably. Ich hoffe, dass Sie uns da im Ehrenamt an verschiedenen Stellen erhalten bleiben. Es gäbe noch einiges zu sagen, sei es zu ihrem kulturellen Engagement, zur Zusammenarbeit mit den Kirchen und unseren Vereinen ecetera, ecetera.

 

Viele Dinge sind und waren Ihnen ein persönliches Anliegen und manches, was in dieser Richtung hier in Wannweil bewegt wurde, wäre ohne Ihre Initiative oder ohne Ihre Unterstützung sicher nicht in der Form geschehen, wie es verwirklicht und heute selbstverständlich ist .

 

Sehr geehrte Frau Rösch,

 

so verbleibt mir in unserer letzten gemeinsamen Sitzung Ihnen im Namen des Gemeinderates zu danken.

 

Ich sage Danke, für die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, für Ihr Engagement und Ihren unermüdlichen Einsatz für das Wohl unserer Gemeinde, für das Pflichtbewusstsein und die Pflichterfüllung, die Sie an den Tag gelegt haben, für Ihr Verantwortungsbewusstsein, für die oftmalige Zurückstellung privater Interessen und dafür, dass Sie sich stets als erster Diener dieser Gemeinde gesehen haben.

 

So wie wir Sie kennen, wird es eher ein Unruhestand sein, in den Sie sich nun begeben. Einiges haben Sie vor, möchten Sie beibehalten - eben halt mit weniger Terminen, weniger Hektik und weniger Stress.

Möge das Gelingen, was Sie sich vornehmen und vorstellen. Bleiben Sie vor allem gesund. Wir Gemeinderäte wünschen Ihnen für Ihren künftigen Lebensweg viel Glück und alles Gute.“

 

GR Hespeler spricht für die GAL und gibt an, dass man sich Herr Herrmann nur anschließen könne. Man sei sehr stolz auf das, was die Gemeinde, federführend unter Frau Rösch, in den letzten 24 Jahren geleistet habe. Letzten Endes könne man nur danke sagen.

 

GRin Franz-Nadelstumpf möchte sich im Namen der SPD-Fraktion und auch im Namen aller vorherigen SPD-Gemeinderäten und Gemeinderätinnen bei Frau Rösch bedanken. Nun könne Frau Rösch das Leben genießen und sich ihren Hobbys, wie z.B. dem Kochen widmen.

 

GRin Lietz trägt Frau Rösch ein Gedicht vor und wünscht Frau Rösch von Herzen alles Gute. Außerdem solle Frau Rösch ihre neuen Tagesabläufe genießen und weiterhin gesund und gewogen bleiben.

 

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.

 

 

TOP 4 Schlussworte


Die Vorsitzende begrüßt den Gemeinderat, die Vertreter der Vereine, die Vertreter der Presse und alle ihre Wegbegleiter. Sie habe darum gebeten, das Schlusswort in ihrer letzten GR-Sitzung sprechen zu dürfen. Wie Herr Herrmann erwähnt habe, seien aus dem Gemeinderat bei ihrer Amtseinsetzung nur noch Herr Herrmann und Herr Bader übrig geblieben. Auch die Verwaltungsmitarbeiter Frau Mayer, Frau Ulbrich und Herr Steinmaier seien bei ihrer Amtseinsetzung schon im Boot gewesen bzw. kurz danach auf das Boot mit aufgestiegen. Die Vorsitzende weist darauf hin, dass man heute schon des Öfteren vom Schiff bzw. Gemeindeschiff gesprochen habe. Dies sei ein Begriff, den sie auch in ihrer Amtsantrittsrede bei ihrer Verpflichtung verwendet habe. Dieser Begriff sei an die Leidenschaft von Herr Scherret angelehnt. Dieser habe sich damals gefreut, dass er mit seinem eigenen Boot nun in die richtige See stechen könne. So habe Sie diesen Begriff auch für sich gefunden und übernommen. In den letzten Jahren 24 Jahren habe man viele Projekte realisiert und das Schiff sei nun wieder im Hafen angekommen. Für diese Zeit möchte sie sich vor allem bei dem Gemeinderat, ihren Mitarbeitern und all den Wegbegleitern bedanken. Viele von den damaligen Wegbelgleitern seien auch heute zu ihrer letzten GR-Sitzung gekommen. Dies bedeute ihr wirklich sehr viel. Nun wolle sie einen kleinen Einblick geben welche Gewässer das Gemeindeschiff in den letzten 24 Jahren befahren durfte bzw. nicht befahren durfte. Ihre Mitarbeiter in der Verwaltung, auf dem Bauhof, in den Kindergärten, in der Schule und auch in der Diakoniestation seien sozusagen an der Reling gestanden, da diese unabhängig des Ausgangs der Gemeinderatsbeschlüsse diese auch in rauer See umsetzen mussten. An dieser Stelle wolle sie auch an das Hochwasser 2002, den Hagelsturm 2013, den Brand beim Telekommunikationszentrum und beim Gummi-Reif erinnern. Es habe viele Stürme, die allesamt überstanden wurden, gegeben. Ein herzliches Dankeschön gehe hier besonders an die Feuerwehr und das DRK. Eine so lange Reise sei nicht möglich gewesen ohne Menschen, die sich darum gekümmert haben, dass es den Bürger und Bürgerinnen in dieser Zeit an nichts fehle. Hierbei möchte man sich bei dem tollen und vielfältigen Engagement der Vereine, der Kirchenorganisationen und bei den vielen Ehrenamtlichen bedanken. Des Weiteren bedankt sich die Vorsitzende bei ihrem Mann Gerhard Rösch, denn es sei auch nicht selbstverständlich, dass dieser vor 24 Jahren dieses Schiff mitbestiegen habe und zwischendurch nicht ins Wasser gesprungen sei. Allenfalls sei er ein paar Mal zum Tauchen gegangen, aber auch immer wieder aufgetaucht. Jedenfalls habe er ihr in dieser Zeit den Rücken freigehalten. Dieser Dank gehe auch an ihre Familie, denn wie die meisten wissen, habe sie eine sehr große Familie, um die sich ihr Mann immer gekümmert habe, wenn sie keine Zeit gehabt habe. Auch in dem vergangen Jahr, dass ein sehr schwieriges Jahr für sie gewesen sei, habe er sie sehr unterstützt. Dieses schwierige Jahr habe eben auch dazu geführt, dass die Vorsitzende für sich entschieden habe, dass sie nach 24 Jahren das Schiff verlasse. Für dieses Verständnis bedanke sie sich herzlich. Herr Dr. Majer wurde nach einem langen Wahlkampf mit einem beachtlichen Ergebnis zum neuen Bürgermeister Wannweils gewählt. Die Vorsitzende habe Herrn Dr. Majer schon bei der Gratulation im Gemeindehaus mitgeteilt, dass man sich darauf einstellen müsse, dass die Arbeit nicht weniger werde. In den letzten 24 Jahren habe sie alle verfügbare Kraft in dieses Gemeindeschiff gesteckt. Doch sie könne Herrn Dr. Majer auch ein bisschen beruhigen, da in der Zwischenzeit vieles moderner geworden sei. Viele Flanken und Bohlen wurden auf dem Schiff verstärkt bzw. ausgetauscht. Somit würden ähnliche Stürme dem Schiff nicht so einen großen Schaden wie in der Vergangenheit zufügen. Dennoch seien die Zeiten ein bisschen rauer geworden. Die Umgebungsbedingungen seien enger geworden. Die Frage sei, ob die Reise noch so weit gehen könne, oder ob man öfters in den Hafen zurückfahren müsse, um eine Pause einzulegen, damit sich die finanzielle Seite und vielleicht auch die Mitarbeiter erholen können. Anschließend übergibt die Vorsitzende Herrn Dr. Majer einige kleinere Präsente, die man in dem stressigen Beruf als Bürgermeister durchaus benötigen kann. Den Schlüssel werde Herr Dr. Majer morgen bei der Einsetzung in der Uhlandhalle erhalten. Die Vorsitzende habe in den letzten schwierigen Wochen so gut wie möglich versucht, alles für den Bürgermeisterwechsel vorzubereiten. Falls noch Fragen seien, dürfe Herr Dr. Majer auch gerne bei ihr anrufen, aber sie wolle noch einmal betonen, dass ihre Mitarbeiter ein wirklich tolles Team seien und das Schiff mit einer sehr erfahrenen Crew übernommen werden könne, bei der auch ganz junge motivierte Mitarbeiter dabei seien. Somit habe man eine gut ausgewogene Mischung auf dem Rathaus. Daher würde sie sich um das Schiff, dass sie 24 Jahre sehr gern geleitet habe kaum Sorgen machen. Zurückblickend könne man sagen, dass die Vorsitzende zu Beginn ihrer Amtszeit schon ungeduldig gewesen und im Laufe der Zeit noch ungeduldiger geworden sei. Die Flut von Vorschriften und Gesetzen, die auf einen zukommen, könne man auch als Bürgermeisterin nicht immer verstehen und manchmal wolle man diese auch nicht verstehen. Ein Gemeinderat habe zu Beginn ihrer Amtszeit gesagt, dass man sich als Bürgermeisterin wie in einem Gefängnis mit 5.500 Gefängniswärtern fühle und die Fußleine so lang sei, dass man die Gemarkung ablaufen könne. Dies habe sie damals verneint und die meiste Zeit habe sie dies auch nicht so empfunden, aber tatsächlich habe es mittlerweile einige Dinge gegeben, bei denen es einem immer schwerer gefallen sei, sieben Tage und Nächte in der Woche zu arbeiten. Somit freue sie sich auf einen neuen Aufbruch, vielleicht auch einmal mit einem Schiff. Ansonsten würde sie sich aber auch auf dem Land sehr wohl fühlen und freue sich, dass sie in Zukunft mehr Zeit für ihre Familie habe. Natürlich werde sie in der Gemeinde Wannweil bleiben und sich für das ein oder andere Projekt engagieren. Herrn Dr. Majer wünsche sie von Herzen alles Gute und vor allem Gesundheit. Speziell die Gesundheit sollte immer im Vordergrund stehen und auf diese müsse unbedingt geachtet werden. Die Vorsitzende bittet die Bürger und Bürgerinnen, dass diese Herrn Dr. Majer mit ihrem Wissen und ihren Vorschlägen genauso unterstützen, wie auch sie in den letzten Jahren unterstützt wurde. Die Vorsitzende sei sich sicher, dass die Gemeinde Wannweil eine gute Zukunft vor sich haben werde.

 

Die Vorsitzende bedankt sich für die vielen netten Worte und bei all den Bürger und Bürgerinnen, die heute gekommen sind. Anschließend gibt die Vorsitzende an, dass man nach guter Tradition nun mit dem Gemeinderat und Herrn Dr. Majer zum Essen gehen werde.

 

Nachdem keine weiteren Wortmeldungen mehr vorliegen, schließt die Vorsitzende die öffentliche Sitzung um 20:19 Uhr.

 

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.