Sitzungsbericht aus der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vom 11. Juli 2019

 

TOP 1 Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte

 

Der Vorsitzende begrüßt den Gemeinderat, die zukünftigen Gemeinderäte, die Presse und die zahlreich erschienenen Gäste und gibt an, dass man vom Landratsamt Reutlingen die Rückmeldung bekommen habe, dass bei der Wahlprüfung keine Beanstandungen festgestellt wurden. Anschließend dankt der Vorsitzende den ausscheidenden Gemeinderäten.

 

Es gilt der gesprochene Wortlaut:

 

„Sehr geehrter Herr Hallabrin,

sehr geehrter Herr Leibssle,

sehr geehrter Herr Wahl,

sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte und Angehörige,

sehr geehrte Vertreter der Presse,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

- Politik ist eben an sich keine Logik und keine exakte Wissenschaft, sondern es ist die Fähigkeit, in jedem wechselnden Moment der Situation das am wenigsten Schädliche oder das Zweckmäßigste zu wählen -

 

Die Worte von Otto Fürst von Bismarck bringen das entscheidende auf den Punkt:

 

Das vermeintlich am wenigsten schädliche oder eben das vermeintlich zweckmäßigste ist in vielen Fällen weder wissenschaftlich noch logisch ableitbar, sondern abhängig vom jeweiligen Blickwinkel und den zugrunde liegenden, persönlichen Überzeugungen.

 

Somit Grundvoraussetzung für die notwendige politische Diskussion in einer Demokratie und fester Bestandteil einer aktiven Kommunalpolitik.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die Tätigkeit als Gemeinderat ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Zeit erfordert. Dabei steht man im Fokus der Öffentlichkeit und erntet für seinen Einsatz und seine Überzeugungen nicht immer nur Lob und Zuspruch. Ob das die Gründe dafür sind, dass es gefühlt immer schwerer wird vor allem junge Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern, vermag ich nicht zu beurteilen aber eines möchte ich an dieser Stelle deutlich betonen: Herzlichen Dank allen bestehenden, heute ausscheidenden und ehemaligen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, die sich aktiv für die Weiterentwicklung unserer Gemeinde Wannweil einsetzen und eingesetzt haben. Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Stützpfeiler unserer Gesellschaft.

 

Sehr geehrter Herr Hallabrin, sehr geehrter Herr Leibssle, sehr geehrter Herr Wahl,

 

ich bin mir sicher, dass Sie bereits genau wissen, wie sie Ihre zukünftigen freien Donnerstagabende gestalten werden, denn Sie haben aus freien Stücken entschieden, sich nicht erneut zur Wahl zu stellen. Wir werden Sie vermissen, denn Sie haben alle drei in den vergangenen Jahren auf ganz unterschiedliche Weise Fußabdrücke hinterlassen und das nicht nur im Gemeinderat selbst, sondern in ganz Wannweil. Ihre Stärken, Fähigkeiten und Überzeugungen haben Sie stets zum Wohle der Gemeinde aktiv eingebracht und dadurch die Arbeit im Gremium bereichert.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die Arbeit als Gemeinderat erfordert weit mehr als nur die Unterlagen für die nächste Sitzung durchzuarbeiten und dann in der Gemeinderatssitzung im vermeintlich richtigen Moment die Hand zu heben. Der Gemeinderat legt gemeinsam mit der Verwaltung die Rahmenbedingungen für die Gemeindeentwicklung fest und gestaltet diese durch seine Beschlüsse aktiv. Es ist ein breites Themenfeld, das sich weit über die zentralen Bereiche Kinderbetreuung, Seniorenbetreuung, Infrastrukturentwicklung, Wohnbebauung und Ortsentwicklung erstreckt und mitunter zu leidenschaftlichen und auch mal hitzig geführten Diskussionen führt. Ein forderndes Amt, das nur nah an den Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich gemeistert werden kann. Wie das aussehen kann, haben Sie lieber Herr Hallabrin, lieber Herr Leibssle und Lieber Herr Wahl vorgemacht. Sie haben sich auch in schwierigen Momenten nicht weggeduckt, sondern sich stets der Herausforderung gestellt. Es würde den Rahmen sprengen, alle bedeutenden Projekte der vergangenen 20 Jahre hier aufzuzählen aber es ist mir ein Anliegen, exemplarisch einige wenige zu nennen:

 

- Kontinuierliche Straßen- und Kanalsanierung

- Neugestaltung des Friedhofs

- Umgestaltung der Ortsmitte durch die Ortskernsanierungsprogram­

  me 1(Ansiedlung Seniorenheim, Sanierung des Gemeindehauses)

  und 2 (Echazrenaturierung, Sanierung ehemaliges Schulhaus)

- Ausweitung der Kinderbetreuungseinrichtungen (Kiga Regenbogen,

  Waldkindergarten)

- Neues Feuerwehrhaus

- Sozialwohnbauprojekt im Unteren Haldenweg und der zugehörige

  Bürgerentscheid

 

Aber eben auch Katastrophen wie das Hochwasser 2002 und der Hagelsturm 2013, die eine effiziente Zusammenarbeit aller erdenklichen Akteure erforderte.

 

Lieber Herr Wahl,

Sie haben vor 5 Jahren einen engagierten Wahlkampf geführt und wurden mit einem Sitz im Gemeinderat bei der Freien Liste belohnt. Bedingt durch Ihre Tätigkeit bei der Wannweiler Feuerwehr, bei der sie stellv. Kommandant sind und dem Regierungspräsidium, war die Sicherheit der Bevölkerung stets ein wichtiges Anliegen für Sie im Rat und der Rat profitierte von Ihrem breiten Wissen in den Bereichen Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Auch die Arbeit im Gesamtkindergartenausschuss war Ihnen sehr wichtig und wurde durch die eigene Familiengründung noch interessanter. Zielführende und direkte Gespräche waren und sind Ihre Grundüberzeugung und diese suchten Sie auch immer dann, wenn es nötig war, sowohl im Rat, als auch mit der Bevölkerung. „Etwas Auszusitzen“ kam für Sie nie in Frage. Ich wünsche Ihnen für Ihren (mit Blick auf Ihr noch junges Alter vielleicht ja nur vorläufigen) politischen Unruhestand Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen und danke Ihnen für Ihren Einsatz und das gute Miteinander.

 

Lieber Herr Leibssle,

am 13.12.2001 wurden Sie von der damaligen Bürgermeisterin Rösch als Nachrücker für den ausscheidenden Gemeinderat Kurz verpflichtet. Schnell haben Sie sich eingearbeitet und sind seitdem auch dreimal direkt in den Gemeinderat wiedergewählt worden.

Ein großer Vertrauensbeweis von Seiten der Bevölkerung, die, und da bin ich mir sicher, bei Ihnen stets wusste, woran sie war. Als ehrlicher und direkter Mensch sprechen Sie auch unangenehme Angelegenheiten offen an und sorgen dadurch automatisch für ein hohes Maß an Transparenz. Verpasst von den seit Ihrer Verpflichtung stattgefunden 278 Gemeinderatssitzungen haben Sie nur sehr wenige und sind dabei stets als wortgewandter, geradliniger Rat aufgetreten, der nicht nur mitschwimmt, sondern sich aktiv in die Diskussion einbringt. Und das, obwohl mitschwimmen Ihnen als jahrzehntelanges Mitglied bei der DLRG Wannweil sicher leicht gefallen wäre. Ihr breiter beruflicher Erfahrungsschatz, vor allem in den Bereichen Organisation und Technik, war eine Bereicherung, die auch der Verwaltung wertvolle Anregungen lieferte. Für Ihren weiteren Lebensweg wünsche ich Ihnen Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen und danke Ihnen für Ihren jahrelangen Einsatz und das gute Miteinander.

 

Lieber Herr Hallabrin,

noch vor wenigen Monaten ehrte meine Vorgängerin Sie für 20 Jahre Mitgliedschaft im Gemeinderat, dem Sie seit Ihrer Wahl 1999 durchweg angehörten und heute muss ich Sie leider verabschieden. Sie waren sowohl fachlich als auch menschlich eine große Bereicherung für den Gemeinderat und jeder der Sie persönlich kennt oder kürzlich den Reutlinger General Anzeiger gelesen hat, weiß auch warum. Dem erwähnten Zeitungsartikel gelingt es erfreulicherweise, Sie als die Person zu beschreiben die Sie wirklich sind: Bodenständig, fleißig, zuverlässig und kreativ. Kreativ deshalb, weil Sie „ganz nebenbei mal wieder“ eine Erfindung ausgetüftelt und bereits die vielversprechenden Patente dafür angemeldet haben.

 

Wannweil kann sich glücklich schätzen. Nebenbei kümmern Sie sich noch um Ihre Bienenvölker, Ihren Garten, Ihre Familie und gehen Ihrer Arbeit als Berufsschullehrer nach. Durch ihr enormes technisches Wissen gepaart mit der angenehmen Ruhe, die Sie ausstrahlen, sind Sie stets ein angenehmer Gesprächspartner, der weiß wovon er spricht. Über 20 Jahre haben sie auch den CDU-Ortsverband als Vorsitzender geleitet und sind dabei keiner Arbeit aus dem Weg gegangen. Auch Ihnen wünsche ich Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen und danke Ihnen für Ihren jahrzehntelangen Einsatz und für das gute Miteinander.“

 

GR Wahl dankt dem Gemeinderat für die schöne Erfahrung. Während der Amtsperiode habe sich im familiären Bereich etwas verändert. Nun wolle er sein Familienleben richtig genießen.

 

GR Leibssle bedankt sich ebenfalls für die schöne Zeit. Oftmals sei es sehr zeitintensiv gewesen, aber es habe ihm stets Freude gemacht. Nun könne er sich mehr um seine Mutter, Frau und Kinder kümmern.

 

GR Hallabrin empfindet es als Ehre 20 Jahr lang der Gemeinde gedient zu haben. In der Freizeit habe er sich um die Umwelt und die Natur gekümmert. Nun werde er mehr Arbeit in diesen Bereich investieren. Er sei allen Kollegen und Kollegin dankbar für die Zeit und wünsche den neuen Kollegen einen guten Start.

 

GR Herrmann möchte auch noch ein paar Worte mitteilen.

 

Es gilt der gesprochene Wortlaut:

 

„Gestatten Sie mir ein paar kurze Abschiedsworte als Vorsitzender der CDU- Fraktion an unsere ausscheidenden Kollegen Erwin Hallabrin und Thomas Leibssle.

 

Lieber Erwin, Lieber Thomas,

heute war unsere letzte gemeinsame Fraktionssitzung und heute ist nun endgültig der Tag des Abschieds, aus dem Gemeinderat und damit auch aus der Fraktion. Es wird für uns eine Umstellung sein –

bisher waren wir 5 Teilnehmer bei unseren Fraktionsbesprechungen, jetzt sind wir noch 3 da muss man sich erst mal dran gewöhnen. Ihr werdet uns in mancherlei Hinsicht fehlen - gerade wenn man so lange beieinander war und so lange miteinander für das Wohl unserer Gemeinde im Ehrenamt gearbeitet hat

 

Erwin, Du wurdest 1999 in den GR gewählt und bist jetzt 20 Jahre dabei gewesen. Da waren noch Richard Kurz dabei, der dann zwei Jahre später ausgeschieden ist – oder Fritz Gogel, Manfred Wolfer, Erich Zieker, Christian Keil, Ha-Jo Mann, Renate Eysel, Jürgen Raiser – sicher noch andere.

 

Thomas, Du bist jetzt 18 Jahre dabei und kamst 2001 als Nachrücker für GR Kurz, der damals auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist.

 

In diesen vielen Jahren haben wir gemeinsam eine Menge Sitzungen mit einer Vielzahl von Tagesordnungspunkten erlebt und sicher genauso viele Fraktionssitzungen gemacht. Es gab eigentlich keine GR-Sitzung ohne vorausgehende Fraktionssitzung. Wir sind und waren ein gutes Team, in das ihr Euch mit viel Engagement, Kompetenz und Sachverstand eingebracht habt. Und es gab wirklich kein Thema, in das wir uns nicht intensiv eingearbeitet und Stellung genommen hätten und viele Weichen haben wir in eine Richtung gestellt, die nach unserer Überzeugung die Richtige war. Dafür könnte man x Beispiele anführen. 

 

Klare Vorstellungen über Problemfelder waren die eine Seite, Kompromissbereitschaft und das Bemühen, gemeinsame Lösungen zu finden, die andere Seite. Da wurde eine Menge Geld bewegt. Und ich denke, wir haben einiges an Geld eingespart und streng nach unserem Motto gehandelt, das Wünschenswerte vom Machbaren zu trennen. Wir sind auch unserer Linie treu geblieben, sparsam mit Grund und Boden umzugehen.

 

Oft wurden entscheidende Impulse in der Fraktion durch Euch gesetzt. Auch bei unterschiedlichen Auffassungen haben wir intern Kompromisse gefunden und wir konnten unsere Lösungen meistens mit Überzeugung auch durch die gesamte Fraktion dann im Gremium

vertreten. Gerade auch in technischen Bereichen ward ihr für die Fraktion und das Gremium wichtige Berater, sei es bei Belangen des Bauhofes oder z. Bsp. bei größeren Bauprojekten in unserer Gemeinde. Ein Menge wichtiger Entscheidungen wurden in dieser langen Zeit getroffen und von Euch mit verantwortet und getragen.

 

Erwin, Du bist auch langjähriges Mitglied im Gutachterausschuss und nimmst seit vielen Jahren diese zusätzlich Aufgabe wahr. Ihr beide habt im Ehrenamt eine Unmenge Zeit zum Wohle der Gemeinde aufgebracht und dafür habt ihr Respekt und Anerkennung verdient.

 

Ja, und jetzt ist die Arbeit getan. Wir haben ja einiges versucht, Euch bei der Stange zu halten und Euch für eine erneute Kandidatur zu gewinnen. Ich glaube, damit drückt sich auch schon die Wertschätzung aus, die Ihr – nicht nur in der Fraktion - sondern insgesamt hier im Gremium genossen habt. Leider waren unsere Bemühungen erfolglos, aber Eure Entscheidung ist verständlich und natürlich - wie gesagt mit Anerkennung - zu respektieren. Ihr habt Euch entschieden, andere Schwerpunkte zu setzen. Thomas, bei Dir waren es gesundheitliche und familiäre Aspekte. Erwin, Du warst 22 Jahre Vorsitzender des CDU- Ortsverbandes und 20 Jahre Gemeinderat. Da reicht es dann auch mal, insbesondere wenn man anderweitig innovativ und aktiv ist. Wir hoffen, dass Deine neueste Erfindung ein absoluter Renner wird - gerade auch im Interesse des Klimaschutzes. Und, ich glaube das darf ich auch hier sagen - wir sind wirklich stolz auf Dich und Deine Initiativen. Also, wir haben Verständnis für Eure Entscheidung – trotzdem, Ihr werdet uns in der CDU – Fraktion fehlen und wir lassen Euch ungern gehen. Aber wir werden uns ja nicht ganz aus den Augen verlieren, seid und bleibt ihr doch Beisitzer im Vorstand des CDU- -Ortsverbandes.

 

Im Namen der "Restfraktion" danke ich Euch für Euer Engagement in der Fraktion und im GR in den letzten 20 Jahren. Danke für eine immer gute Zusammenarbeit in der Fraktion, für eine Kameradschaft in der es keine problematischen, persönlichen Auseinandersetzungen gab, sondern danke für eine Zeit, die von gegenseitigem Vertrauen und einem fast selbstverständlichen Miteinander und erfolgreicher Lösungssuche geprägt war. Wir 3 von

der verbliebenen CDU- Fraktion wünschen Euch alles Gute, vor allem Gesundheit und weitere Schaffenskraft und - streicht die Kommunalpolitik nicht ganz aus Eurem Leben.“

 

GRin Franz-Nadelstumpf bedankt sich bei den drei Herren für die engagierte Mitarbeit. Zwar habe man sich öfters einmal gestritten, aber danach konnte man sich immer noch gemeinsam ins Rathauscafé sitzen. Zusammen habe man viele Projekte erarbeitet.

 

GRin Lietz gibt an, dass sie mit Herr Wahl, Herr Hallabrin und Herr Leibssle schon seit 5 Jahren zusammenarbeite. Man habe immer für das Gemeinwohl und nicht für das Wohl des Einzelnen entschieden.

Die freie Zeit sei ihnen gegönnt und den neuen Gemeinderäten wünsche Sie einen guten Start.

 

GR Dr. Treutler möchte sich dem Dank für die gute Arbeit anschließen. Man habe immer konstruktiv die beste Lösung zum Wohl der Gemeinde gesucht, auch wenn man nicht immer der gleichen Meinung war. Auch mit dem neuen Gemeinderat wolle man sachlich für das Beste der Gemeinde streiten.

 

Nachdem von den Fraktionen kleine Geschenke an die ausscheidenden Gemeinderäte verteilt wurden, bittet der Vorsitzende sie, ihre Plätze am Sitzungstisch für die neuen Gemeinderäte frei zu machen.

 

Die neu gewählten Gemeinderäte nehmen nun am Sitzungstisch Platz.

 

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.

 

TOP 2 Verpflichtung der neu gewählten Gemeinderäte

 

Der Vorsitzende heißt nun die neugewählten Gemeinderäte herzlich willkommen und gratuliert ihnen zur Wahl. Auch die wiedergewählten Gemeinderäte beglückwünscht er zur Wahl.

 

Er informiert sie nun über die Rechte und Pflichten als Gemeinderat.

 

Zu den Pflichten gehöre die Anwesenheitspflicht bei Sitzungen. Bei Verhinderung bitte er darum, dass sich die Gemeinderäte ordnungsgemäß bei der Verwaltung entschuldigen. Eine weitere wichtige Pflicht sei die Verschwiegenheitspflicht, diese gelte auch über die Amtszeit hinaus. Weiter bittet er die Gemeinderäte die Befangenheitsregeln zu beachten und im Zweifel nachzufragen. Außerdem betont der Vorsitzende, dass die Gemeinderäte ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet seien.

 

Zu den Rechten der Gemeinderäte gehöre ein umfassendes Informationsrecht. Der Vorsitzende bittet insbesondere die neuen Gemeinderäte, bei Fragen die Verwaltung anzurufen und nachzufragen.

 

Des Weiteren wurde noch geprüft, ob etwaige Hinderungsgründe bezüglich der Übernahme des Amtes bei den Gewählten vorliegen würden. Dies sei aber nicht der Fall. Es wird darauf hingewiesen, dass sich in den Geschenken auf den Tischen eine Gemeindeordnung befinden würde.

 

Daraufhin verliest der Vorsitzende dem Gemeinderat die Verpflichtungsformel:

 

„Ich gelobe Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Pflichten. Insbesondere gelobe ich, die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das der Einwohner nach Kräften zu fördern.“

 

Nachdem alle erklärt haben, den Inhalt verstanden zu haben, verliest der Vorsitzende die Verpflichtungsformel nochmals, die Gemeinderäte sprechen diese nach. Anschließend nimmt er den Verpflichteten den Handschlag ab.

 

Die Verpflichteten unterschreiben nun die Niederschrift über die Verpflichtung der Gemeinderäte.

 

Der Vorsitzende erklärt, dass er den abwesenden GR Rein nachträglich verpflichten, ihm den Handschlag abnehmen und die Niederschrift unterschreiben lassen werde.

 

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.

 

TOP 3 Sitzordnung im Gemeinderat

 

Der Vorsitzende verweist auf die GR-Drucks. -2019-91 ö - Anl.z.Prot. und gibt an, dass es nun natürlich auch eine neue Sitzordnung geben würde.

 

Gde.Oberamtsrat Steinmaier erläutert, dass die neue Sitzordnung des Gemeinderats innerhalb der Fraktionen im Rahmen einer Einigung festgestellt wurde. Diese sei auf der Rückseite der vorliegenden GR-Drucksache abgebildet.

 

Beschlussvorschlag:

 

Die auf der Rückseite zu dieser GR-Drucksache abgedruckten Sitzordnung des Gemeinderats nach der Wahl vom 26.05.2019 wird zugestimmt.

 

Der Gemeinderat stimmt dem Beschlussvorschlag einstimmig zu.

 

TOP 4 Besetzung der Ausschüsse sowie der verschiedenen

Beratungsgremien

 

Der Vorsitzende verweist auf die GR-Drucks. -2019-89 ö - Anl.z.Prot. und erklärt, dass man nun natürlich auch noch über die Besetzung der Ausschüsse sprechen müsse.

 

Gde.Oberamtsrat Steinmaier erklärt, dass auch hier wieder eine Einigung vorliege. Anschließend erläutert er die Besetzung der Ausschüsse und der Beratungsgremien.

 

GRin Franz-Nadelstumpf bittet darum, dass man einen kurzen Bericht über die Sitzungen beim Abwasserverband bekomme, da die SPD-Fraktion hier leider keinen Platz erhalten habe.

 

Beschlussvorschlag:

 

Der vorgeschlagen Besetzung der Ausschüsse sowie der verschiedenen Beratungsgremien wird zugestimmt.

 

Der Gemeinderat stimmt dem Beschlussvorschlag einstimmig zu.

 

TOP 5 Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter

 

Der Vorsitzende verweist auf die GR-Drucks. 2014-90 -Anl.z.Prot.- und erläutert, dass auch hier ein Einigungsvorschlag vorliege. Außerdem möchte sich der Vorsitzende noch bei Herr Herrmann für die lange Zeit als 1. Bürgermeisterstellvertreter bedanken.

 

Es gilt der gesprochene Wortlaut:

 

„Meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

nachdem wir die ausscheidenden Gemeinderäte verabschiedet, die zukünftigen verpflichtet und gleich auch noch die Bürgermeisterstellvertreter wählen werden, ist es mir ein Anliegen, auf eine Sache hinzuweisen.

 

Sehr geehrter Herr Herrmann,

in der Gemeinderatssitzung am 10. Januar wurden Sie von meiner Amtsvorgängerin für 30 Jahre Mitgliedschaft im Gemeinderat ausgezeichnet. Seit ihrer ersten Wahl im Jahr 1989, haben Sie seitdem über 7000 Tagesordnungspunkte abgearbeitet. Das sind Werte, die schon allein für sich und für Sie sprechen.

 

5 Jahre später, 1994, wurden Sie nach dem Ausscheiden von Frau Wünsche zum 1. Bürgermeisterstellvertreter gewählt und sind es bis heute geblieben.

 

Sie haben in den vergangenen 25 Jahren bei allen 6 Gemeinderatswahlen die meisten Stimmen aller Kandidaten erhalten und da die CDU-Fraktion dabei auch immer die stärkste Fraktion wurde, blieb Ihnen dieses Amt bis zum heutigen Tag erhalten. Auch bei der vergangenen Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurden Sie wieder mit deutlichem Abstand Stimmenkönig, aber die GAL holte insgesamt mehr Stimmen als die CDU und wird deshalb künftig den 1. Bürgermeisterstellvertreter stellen.

 

Lieber Herr Herrmann,

 

jeder der Sie kennt weiß, dass Sie sich all die Jahre mit ganzer Kraft für Wannweil und eine erfolgreiche Kommunalpolitik eingesetzt haben und dies auch in den kommenden Jahren tun werden.

 

Drei große Themen waren Ihnen dabei stets besonders wichtig:

- Die Selbständigkeit Wannweils zu bewahren und diese  

  entsprechend zu gestalten

- Eine solide Finanzpolitik und sparsames Haushalten aktiv zu leben

  und sicherzustellen, dass die Möglichkeiten von heute mit Bedacht

  gewählt werden, damit auch die zukünftigen Generationen noch

  handlungsfähig bleiben

- Die Heimat, Wannweil und den Verdichtungsraum Neckar-Alb mit

  möglichst vielen Naturfreiräumen zu bewahren.

 

Ihre langjährige berufliche Tätigkeit als leitender Kriminalbeamter war und ist in all den Jahren für Ihr kommunalpolitisches Wirken von großem Vorteil gewesen.

 

Lieber Herr Herrmann,

 

als 1. Bürgermeisterstellvertreter haben Sie sich in all den Jahren niemals in das Geschäft der laufenden Verwaltung eingemischt, sondern waren, so wie es sein soll, immer da wenn Sie gebraucht wurden. Als Vertretung für die Bürgermeisterin bei wichtigen Veranstaltungen, als Ratgeber bei kritischen Ereignissen und auch als Mittler zwischen Verwaltung und Gemeinderat, sofern nötig. Als aufmerksamer und geradliniger Gemeinderat, sowie als gebürtiger Wannweiler kennen Sie den Flecken wie kaum ein anderer und waren sich nach meinem Amtsantritt nicht zu schade, mir noch für mich einige unbekannte Flecken im Flecken zu zeigen.

 

Ihr Engagement für Ihre Heimatgemeinde und unser Wannweil ist vorbildlich und ich sage, auch im Namen der Verwaltung, Danke für Ihren jahrzehntelangen Einsatz und Ihre Zuverlässigkeit als 1. Bürgermeisterstellvertreter.

 

Ganz persönlich danke ich Ihnen für das gute und vertrauensvolle Miteinander und wünsche Ihnen für die Zukunft Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen.“

 

GR Herrmann bedankt sich für die lobenden Worte. Er habe immer versucht bei Problemen zwischen Gemeinderat und Verwaltung zu vermitteln. Viele Katastrophen wurden in dieser langen Zeit bewältigt. Er wünsche Herrn Dr. Treutler alles Gute und weniger Katastrophen.

 

Beschlussvorschlag:

 

Erster Stellvertreter:        GR Dr. Christoph Treutler (GAL)

Zweiter Stellvertreter:      GR Erich Herrmann (CDU)

Dritter Stellvertreter:        GR Helmut Bader (FL)

Vierter Stellvertreter:       GRätin Sigrun Franz-Nadelstumpf (SPD)

Fünfter Stellvertreter:      GRätin Martina Lietz (FWV)

Sechster Stellvertreter:   GRätin Barbara Kasper (BiWa)

 

Der vorgeschlagen Reihenfolge der stellvertretenden Bürgermeistern wird zugestimmt.

 

Der Gemeinderat stimmt dem Beschlussvorschlag einstimmig zu.

 

Der Vorsitzende bedankt sich noch einmal bei den ausscheidenden Gemeinderäten und heißt die neuen Gemeinderäte herzlich willkommen. Er freue sich sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit.

 

TOP 7 Bekanntgaben und Informationen

 

Der Vorsitzende gibt an, dass zu diesem Tagesordnungspunkt nichts vorliegen würde.

 

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.

 

TOP 8 Verschiedenes, Wünsche und Anfragen

 

Der Vorsitzende gibt an, dass zu diesem Tagesordnungspunkt nichts vorliegen würde.

 

GRin Franz-Nadelstumpf würde gerne eine aktualisierte Liste mit den Adressen und den Telefonnummern erhalten.

 

Der Vorsitzende gibt an, dass man dies natürlich erhalten werde,

 

Der Gemeindeart nimmt Kenntnis.

 

Nachdem keine weiteren Wortmeldungen mehr vorliegen, schließt der Vorsitzende die öffentliche Sitzung um 19:45 Uhr.