(zurück zu Sitzungsberichte-Übersicht) 

Sitzungsbericht aus der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vom 19.03.2015


TOP 1 - Neubau Feuerwehrhaus

-Vergabe Elektroinstallation und Funktechnik

Die Vorsitzende erinnert an die Aufhebung und Neuausschreibung des Gewerks.

Frau Mergenthaler verweist daraufhin auf die GR-Drucks. 2015-40 und die Tischvorlage zur Drucksache.-. Das günstigste Angebot für die Funktechnik liege genau bei der Kostenberechnung, das für Elektro geringfügig darüber.

Die Vorsitzende schlägt deshalb die Vergabe an den jeweils günstigsten Bieter vor.

Sodann fasst der Gemeinderat einstimmig folgenden Beschluss:

Der Vergabe des Funkmeldesystems an den günstigsten Bieter, die Firma M. Poloczek Nachrichtentechnik, Uhingen, zum geprüften Angebotspreis in Höhe von brutto 61.363,28 € wird zugestimmt.


Weiter fasst der Gemeinderat einstimmig folgenden Beschluss:

Der Vergabe der Elektroinstallation an den günstigsten Bieter, die Firma Implantech, Korb, zum geprüften Angebotspreis in Höhe von brutto 211.616,43 € wird zugestimmt.


Die Vorsitzende erläutert den anwesenden Zuhörern, dass seit einigen Jahren die Ergebnisse von Ausschreibungen nicht mehr öffentlich gemacht werden dürfen, weil dies für einzelne Firmen negativ sein könnte. Der Gemeinderat habe die Zahlen selbstverständlich nichtöffentlich als Grundlage für seine Entscheidungen vorliegen.


TOP 2 - Ersatzbeschaffung Bauhoffahrzeug Kleintransporter mit Pritsche


Die Vorsitzende verweist auf die GR-Drucks. 2015-38 und die dazugehörende Tischvorlage.

Sie führt aus, dass im Haushalt 30.000 € für ein Fahrzeug eingestellt sind. Die Verwaltung habe nun in der Umgebung nach Vorführfahzeugen mit Tageszulassung gesucht. Die Fahrzeuge stehen aktuell bei den Händlern, werden aber nicht reserviert.

GR Joss habe noch auf ein günstiges Angebot, ohne Kippvorrichtung, in Düsseldorf aufmerksam gemacht. Die Verwaltung und der Bauhof könnten damit leben, da auch der LKW (Kipper) in absehbarer Zeit ersetzt werde. Die Vorsitzende gibt aber zu bedenken, dass ein kleineres Fahrzeug mit Kipptechnik für einen Einsatz auf dem Friedhof von Vorteil wäre.

Vergleiche man das von GR Joos vorgeschlagene Fahrzeug mit entsprechenden Fahrzeugen in der Umgebung wäre der Preisunterschied nicht mehr gravierend, man hätte aber den Vorteil, dass hier angebotenene Fahrzeuge sicher für den hiesigen Markt produziert wurde. Außerdem wäre ein Händler in der Umgebung vorteilhaft bezüglich Gewährleistung und Kundendienst.

GR Leibssle spricht sich dagegen aus, ein Fahrzeug in Düsseldorf selbst abzuholen. Gegebenenfalls könne man sich ein solches für 350 € bringen lassen.

GR Dr. Treutler spricht sich dafür aus, künftig vor Einholung von Angeboten erst zu definieren, was man konkret brauche. Das Pritschenfahrzeug der Tischvorlage entspreche dem Vorschlag von GR Joos. Er könne sich aber auch vorstellen, dass ein Kipper, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, Vorteile hätte. Beim nächsten Mal sollten solche Dinge vorher festgelegt werden. Außerdem sollte mehr recherchiert werden, nach seinen Informationen sei das vorliegenden Angeobt kein absolutes Schnäppchen.

GR Joos erklärt, das vergleichbare Angebot aus Betzingen mache bzgl. Reklamationen usw. tatsächlich mehr Sinn, als das Düsseldorfer Angebot. Hinsichtlich des Kippers weist er darauf hin, dass das vorgeschlagene Fahrzeug einen Radstand von über 4 m habe. Damit sei es nicht mehr wendig und es sei kein Ersatz für einen VW-Bus.

Nach diesen Wortmeldungen bringt die Vorsitzende den Beschlussvorschlag der Tischvorlage zu GR-Drucks. 2015-38 zur Abstimmung.

Der Gemeinderat fasst daraufhin einstimmig folgenden Beschluss:

Der Beschaffung eines Citroen Jumper Pritschenwagen bei der Auto Domicil Reutlingen GmbH zu einem Kaufpreis von 20.775,30 € wird zugestimmt.


TOP 3 - Annahme von Spenden

1. Annahme einer Geldspende im Wert von 194,90 €

GR Bader erklärt sich für befangen und rückt vom Sitzungstisch ab.

Gde.Oberamtsrat Knop verweist auf die GR-Drucks. 2015-36.

Ohne Diskussion fasst der Gemeinderat einstimmig folgenden Beschluss:

Die Spende von Herrn Bader in Höhe von 194,90 € wird für Zwecke der Jugendfeuerwehr angenommen.


GR Bader rückt wieder an den Sitzungstisch heran.


2. Annahme einer (weiteren) Spende für den Förderverein der Uhlandschule Wannweil zur Errichtung eines Niederseilparcours

Die Vorsitzende bittet Gde.Amtsrat Steinmaier um eine kurze Ausführung.

Gde.Amtsrat Steinmaier erläutert die GR-Drucks. 2015-37 und betont, dass die Verwirklichung des Niederseilparcours sein schönstes Projekt in den vergangenen Jahren sei. Die ehrenamtliche Arbeit von Eltern und Lehrern und die Spendenbereitschaft der Sponsoren sei beispielhaft gewesen. Nunmehr habe der Lions Club Reutlingen mit Schreiben vom 24.02.2015 eine Spende in Höhe von 4.000 € angekündigt.

Die Vorsitzende richtet ihren Dank an Herrn Steinmaier und Herrn Brenzel als Initiatoren sowie die Eltern und die Geldgeber.

Daraufhin bringt sie den Beschlussvorschlag zur Abstimmung.

Der Gemeinderat fasst einstimmig folgenden Beschlus:

Die in der GR-Drucks. 2015-37 aufgeführte Spende zugunsten des Fördervereins der Uhlandschule wird angenommen.



TOP 4 - Bekanntgaben und Informationen


1. Besichtigung Farrenstall

Die Vorsitzende lädt zum Ortstermin Farrenstall am Dienstag, 24.03.2015 um 17.30 Uhr ein und richtet ihren Dank für die Vorarbeit an die Geschichtswerkstatt.

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.



2. Außerordentliche Mitgliederversammlung der Feuerwehr

Die Vorsitzende berichtet, dass der Feuerwehrkommandant, Herr Aichele, aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist. Bei der außerordenlichen Mitgliederversammlung am 28.03.2015 werden voraussichtlich die beiden stellvertretenden Kommandanten und GR Wahl kandidieren.

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.



TOP 5 - Verschiedenes, Wünsche und Anfragen


1. Dornenhecke Spielplatz Feuerwehrhaus

GR Rasp bittet darum, dass die Dornenhecke am Spielplatz bei der Feuerwehr zurückgeschnitten wird.

Frau Mergenthaler sagt dies zu.

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis.



Die Vorsitzende unterbricht die öffentliche Gemeinderatssitzung um 19.50 Uhr.


Die öffentliche Gemeinderatssitzung wird um 20.00 Uhr fortgesetzt.



TOP 6 - Ehrung zum 20jährigen Dienstjubiläum und Verleihung der Ehrennadel des Gemeindetags an Frau Bürgermeisterin Anette Rösch


Der erste stellvertretende Bürgermeister, GR Herrmann, übernimmt den Vorsitz und beginnt mit seiner Laudatio.

„Meine sehr geehrten Damen und Herren,

verehrte Vertreter der Kirchen, der Vereine, der Feuerwehr und der Kommunalpolitik,

Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Gemeinde,

sehr geehrte Gäste und Vertreter der Presse,

ich darf sie heute im Namen des Gemeinderates recht herzlich begrüßen. Mein besonderer Gruß gilt den Angehörigen von Frau Rösch, ganz besonders Herrn Adolf Rein, dem Vater von Frau Rösch. Ich freue mich sehr, dass Sie heute hier sein können.

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen allen, dass sie so zahlreich der Einladung des Gemeinderates gefolgt sind und dadurch dem letzen Tagesordnungspunkt unserer heutigen Sitzung, nämlich der Ehrung von Frau Bürgermeisterin Anette Rösch, einen würdigen Rahmen verleihen.

Sehr geehrte Frau Rösch,

dem Gemeinderat Wannweil war es wichtig, Ihr 20-jähriges Dienstjubiläum als Bürgermeisterin nicht einfach so kommentarlos verstreichen zu lassen, sondern einen kurzen Streifzug durch diese langen Jahre zu machen und Ihnen – auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde - Dank für die geleistete Arbeit zu sagen.

Im öffentlichen Dienst sind Sie zwar schon länger, aber Bürgermeisterin wurden Sie nach Ihrer Wahl im November 1994 offiziell am 12. Januar 1995, am Tag Ihrer Einsetzung und Verpflichtung, also vor nunmehr 20 Jahren.

Das erste und letzte Mal nahmen Sie damals gemeinsam mit Ihrem Amtsvorgänger Rüdiger Scherret an einer Gemeinderatssitzung teil. Für ihn war es der letzte Tag im Amt, für Sie der Anfang Ihrer Laufbahn als jüngste Bürgermeisterin in Baden Württemberg. Damals wurde also nicht nur ein Amtswechsel, sondern auch ein Generationswechsel vollzogen.

Viel Wasser, vor allem auch mehrere Hochwasser sind inzwischen die Echaz hinabgerauscht, Stürme und Unwetter haben uns heimgesucht und, man glaubt es kaum, im Dezember 2010 wurden Sie bereits zum dritten Mal verpflichtet und vereidigt, und jetzt, 2015, ist auch schon wieder die Hälfte der dritten Amtsperiode vorbei.

Die Zeit scheint zu rasen - und nicht wirklich plötzlich wird einem klar, dass man nicht mehr zu den Neuen, den Newcomern gehört, sondern an den vielen aktuellen Amtswechseln die im Landkreis in letzter Zeit vonstatten gehen und gingen wird deutlich – Sie gehören inzwischen zu den „Altgedienten“, Sie gehören mit zu den dienstältesten Bürgermeistern im Landkreis Reutlingen, und das in noch ziemlich jungen Jahren.

20 Jahre Bürgermeisterin in Ihrem Alter, da gehört man auch zu denen, von denen man sagt, dass sie mitten im Leben stehen, zu denen, die ihr Aufgabenspektrum kennen, eben zu jenen, die wissen, wie der Hase läuft und die in dieser langen Zeit an guten, aber sicher auch an schlechten Erfahrungen reicher und reifer geworden sind.

Heute, am Tage Ihrer Ehrung, ist Gelegenheit, ein paar wesentliche Eckpunkte Ihrer Dienstzeit in unserer Gemeinde in Erinnerung zu rufen, aber auch Ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement zu würdigen, für das Sie schließlich auch die Ehrung des Gemeindetages erhalten.

Keine Angst, ich werde es schlaglichtartig machen, denn 20 Jahre kann man einfach nicht komprimiert darstellen.

Vorab möchte ich aber doch Folgendes erwähnen:

An Ihrem 20-sten Dienstjubiläum hat Wannweil eine weitgehend intakte Infrastruktur, keine Schulden, es ist keine Kreditaufnahme erforderlich, eine Nettoinvestitionsrate von knapp 1 Mio. Euro und eine Rücklage von knapp 4 Mio. Euro. Das wird in den kommenden Jahren zwar nicht mehr ganz so bleiben, aber zum jetzigen Zeitpunkt, zum Zeitpunkt Ihres Jubiläums, ist es Fakt und ich sage, da wäre mancher Schultes froh, wenn er das von sich behaupten könnte.

Lassen Sie mich kurz schlaglichtartig einige wesentliche Punkte in Erinnerung rufen:

Anfangs standen zunächst die Fertigstellung des begonnenen Rathausneubaues oder die Herstellung der Gustav-Werner Straße – und damit verbunden auch eine Verkehrskonzeption für unsere Gemeinde, die den damaligen Streitpunkt GW Straße durch eine Einbahnstraßenregelung für alle Beteiligten zufriedenstellend kanalisierte. Dazu gehörte auch flächendeckend die Einführung von Tempo 30 im ganzen Gemeindegebiet. Als eine der ersten Gemeinden im Kreis Reutlingen wurde das bei uns gemacht.

Teil der Verkehrskonzeption war auch der Kreisverkehr an der Kirche, eine optimale Lösung im Verbund mit der Neugestaltung der Haupt- und Kirchentellinsfurter Straße – heute kaum mehr an dieser Stelle wegzudenken.

Ein neuer Kindergarten in der Schulstraße, der jetzt auch das Kinderhaus beherbergt, und die Verlegung des Bauhofes zur Vorbereitung eines Bauplatzes für das Pflegeheim waren wesentliche Eckpunkte einer neuen Ortsmitte die durch die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm weiterbetrieben werden konnte.

Die Neugestaltung und Renovierung des Gemeindehauses war ebenso Teil dieser Planungen und letztlich war die Verwirklichung des Pflegeheimes mit Betreutem Wohnen ein wichtiger Schritt und eine rechtzeitige Reaktion auf die demografische Entwicklung auch in unserer Gemeinde.

Wir konnten einige größere Sanierungsvorhaben verwirklichen, zum Teil durch private Hand, zum Teil an Gemeindeliegenschaften selbst, zuletzt das wirklich sehr gelungene Projekt „altes Schulhaus“ in der Eisenbahnstraße, mit neu gestalteten tollen Wohnungen und dem neu sanierten Kindergarten.

Erhebliche Finanzmittel gingen auch in zwei Bauabschnitten in die Neugestaltung des Friedhofes mit dem Ziel, ihn an dieser Stelle zu belassen und die dafür vorgesehene Fläche am Kleintierzüchterheim als Freifläche dauerhaft zu erhalten.

Nicht ganz vergessen möchte ich auch die unvorhersehbaren Unwetterereignisse.

Die Hochwasserschäden 2002 und die folgenden Maßnahmen zum Hochwasserschutz haben tiefe Löcher in unsere Haushalte gerissen und uns um fast zwei Haushaltsjahre zurückgeworfen. Auch wenn wir aus dem Ausgleichsstock des Landes rund 350.000, - Euro erhalten haben, mussten wir doch sehr viel Geld zur Behebung der Schäden und für den Hochwasserschutz in die Hand nehmen. Geld, das uns an anderer Stelle wieder fehlte, aber im Sinne des Hochwasserschutzes trotzdem gut angelegt ist.

Auch das katastrophale Hagelunwetter 2013 hat trotz erheblicher Versicherungsleistungen Löcher in unseren Haushalt gerissen, vor allem aber das Ortsbauamt, ja die ganze Verwaltung mit Arbeit überschüttet. Mehr als 350 Einsatzstellen für die Wannweiler Feuerwehr und die Einsatzkräfte der Überlandhilfe, die tagelang in Wannweil im Einsatz waren. Spätestens da wurde jedem klar: Ohne Feuerwehren geht’s nicht.

Seit Jahren beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig auch mit der Sanierung zusammenhängender Straßenzüge, der ganze Gries und die Jahnstraße waren in den letzten Jahren dran und jetzt sollen die Maßnahmen im Letten beginnen. Erhebliche Mittel fließen da auch in den Abwasserbereich, zum einen, in unserer Gemeinde selbst, zum anderen aber auch in den „Abwasserverband Unteres Echaztal“, dem wir ja bekanntlich angehören.

Ein ganz wichtiger Bereich bleiben die Kinderbetreuungs¬ein¬richtungen, die in Wannweil wirklich vorbildlich sind. Der demo¬graphische Wandel scheint an Wannweil – zumindest was die Anzahl der Kinder anbetrifft – vorbeizugehen.

Ganz aktuell ist auch der Neubau des Feuerwehrhauses im Entstehen und das Ortskernsanierungsprogramm II ist im anlaufen. Im Rahmen dieses Programms wollen wir vor allem das alte Feuerwehrgebäude abbrechen und dort Wohnbebauung ermöglichen, aber z.Bsp. auch das alte Schulhaus in der Schulstraße sanieren.

Natürlich sollen auch private Initiativen im Sanierungsgebiet gefördert werden.

Die Bebauung des Spinnereigeländes schreitet zügig voran und - das darf auch einmal gesagt werden – ohne dass die Gemeinde hierbei umfassende Investitionen tätigen müsste. Allerdings werden wir auf Dauer wieder neue Kinderbetreuungsplätze schaffen müssen - und auch das ist nicht zum Nulltarif zu haben.

Ganz wichtig für Wannweil: von der Holy-AG und der Gemeinde wird die Ansiedlung eines Vollversorgers anvisiert und wir hoffen sehr, dass mit der Realisierung dieses Vorhabens die Grundversorgung für die Wannweiler Bürger wieder gesichert ist. Eine Gemeinde mit mehr als 5000 Einwohnern, ohne Metzger, das kann einfach nicht sein.

Ich will es bei dieser schlaglichtartigen Betrachtung belassen und einfach zusammenfassend ein paar Zahlen nennen, die meines Erachtens für sich sprechen:

Sehr geehrte Frau Rösch, die 20 Gemeindehaushalte Ihrer 20 Dienstjahre, das heißt, bis Ende 2015, haben ein Gesamtvolumen von rund 215 Mio. €, davon allein in den Investitionshaushalten rund 55 Mio. €. Aber es waren nicht nur diese Investitionsmittel, sondern es wurden ja auch erhebliche Beträge aus den Verwaltungs¬haushalten in Investitionen umgewandelt für ein wirklich unheimlich breites Spektrum an kommunalen Aufgaben, Themen und Problem¬stellungen.

Und, Frau Rösch, als Gemeinderat, der jetzt mehr als 25 „ Dienst¬jahre“ auf dem Buckel hat und davon 20 Jahre Ihr 1. Stellvertreter ist, erlaube ich mir die Bemerkung:

Sie als Bürgermeisterin, Ihre Mitarbeiter in der Verwaltung und die Gemeinderäte, alle miteinander, sind in diesen Jahren verantwortlich mit dem Geld des Steuerzahlers umgegangen.

Meine Damen und Herren, auch wenn man die Maßnahmen und Ereignisse dieser Jahre jetzt so locker aneinander gereiht darstellt – locker ist das speziell für Sie Frau Rösch, als Bürgermeisterin, und auch für Ihre Mitarbeiter in der Verwaltung sicher nicht immer. Da steckt oft eine Menge Arbeit dahinter, da drückt das eine oder andere Mal die Verantwortung schwer, die Arbeit wächst einem fast über den Kopf, Frust und Freude wechseln sich ab. Das kann an der Arbeit selbst, das kann auch an bestimmten Gemeinderäten liegen, je nach dem.

Nein, einfach ist dieser Job sicher nicht.

Ich weiß aber, dass Sie Ihren Beruf nicht als Job, sondern eher als Berufung sehen. Deutlich wird dies vor allem, wenn man Ihr Engagement in der Familien – und Sozialpolitik anschaut.

Seniorenarbeit, Kindergärten, Jugend, Schule, Bildung usw. - diese Themenfelder stehen bei Ihnen weit oben.

Das zeigt vor allem auch Ihr ehrenamtliches, oder teilehrenamtliches Engagement.

Sie sind seit Jahren Vorsitzende der Diakoniestation Härten. Aus dieser Tätigkeit heraus kennen Sie alle Problemstellungen in der Seniorenbetreuung und Pflege. Inzwischen hat diese Einrichtung – juristisch gesehen ja ein Verein - um die 70 Mitarbeiter und ist quasi eine Dienstleistungsfirma mit allen logistischen, finanziellen und personellen Problemstellungen, die es da so gibt. Auch wenn man hauptamtliche Kräfte hat, die das operative Feld beackern gibt es in der Leitungsposition doch einiges zu besprechen, zu entscheiden oder auf den Weg zu bringen.

Sicher ist das auch eine ganze Menge Arbeit, die mit dieser Tätigkeit als Vorsitzende zusammenhängt.

So einen Schuh muss man sich nicht unbedingt anziehen oder umgekehrt betrachtet, man zieht ihn an, wenn man von einer Sache überzeugt ist und man dahinter steht. Und das, Frau Rösch, tun Sie. Sie stehen hinter dieser wichtigen Arbeit – das merkt man.

Man kann sich die Pflege älterer Menschen ohne diese Einrichtung, die da so weitgehend im Verborgenen arbeitet und wo die Mitarbeiter oftmals die einzigen Ansprechpartner für die betreuten Menschen sind, eigentlich gar nicht mehr vorstellen.

Ähnliches gilt für Ihre Aktivitäten im „Haus der Dorfmitte“.

Ehrenamtlich engagieren Sie sich im Freundeskreis Pflegehaus, sind dort stellvertretende Vorsitzende und stehen in engem Kontakt mit der Pflegedienstleitung und konnten auch da schon - gemeinsam mit den Aktiven des Freundeskreises - einiges bewegen und auf den Weg bringen. Sie sind dort aber auch operativ als Helferin tätig, sei es bei den sonntäglichen Kaffeenachmittagen oder bei Ver-anstaltungen, die vom Freundeskreis durchgeführt werden. Ich weiß, dass Ihnen das „Haus in der Dorfmitte“ sehr am Herzen liegt. Das zeigt auch Ihre Unterstützung für einen dort geplanten Anbau, um die Möglichkeiten der Gruppenarbeit zu verbessern.

Nehmen wir weiter das Stichwort „Fröhliches Alter“.

Ein Angebot an Wannweiler Senioren, sich in gemütlicher Runde in gewissen Abständen zu treffen, sich zu unterhalten oder eben das Programm zu genießen, das geboten wird, sei es in Kooperation mit der Schule, sei es bei einer Faschingsveranstaltung, bei Dia-Vorträgen oder einfach beim Singen bekannter Volkslieder. Wenn möglich, ist dabei eine Kooperation mit dem Pflegeheim und dem Betreuten Wohnen selbstverständlich.

Auch hier sind Sie immer wieder treibende Kraft, um zusammen mit Ihrem Team entsprechende Veranstaltungen und Aktivitäten auf die Beine zu stellen.

Nicht in Wannweil, aber auch ehrenamtlich sind Sie als Vorsitzende im Turngau Achalm tätig. Wer die Satzung dieses Verbandes oder Vereines anschaut sieht, wie vielfältig dessen Aufgabenspektrum ist, um die sportlichen Interessen seiner Mitgliedsvereine aus den Kreisen Reutlingen und Tübingen zu vertreten.

Und man kann sich vorstellen, dass da auch die eine oder andere Frage mit den Entscheidungsgremien zu diskutieren und zu erörtern ist.

Schlagen wir vom sportlichen Zusammenwirken in der Region einen Bogen zur Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, der Partner¬schaft Wannweils mit der französischen Gemeinde Mably. Letztes Jahr wurde das 10-jährige Jubiläum der Partnerschaft gefeiert und von Anfang an waren eine ganze Reihe Wannweiler Bürgerinnen und Bürger - namentlich darf ich das Ehepaar Sennert als treibende Kraft nennen - bestrebt, das Vorhaben zum Erfolg zu bringen. Dies ist gelungen, meine Damen und Herren. Die Partnerschaft ist stabil und wird gelebt und gepflegt.

2004, bei der Besiegelung der Partnerschaft in Wannweil, haben Sie, Frau Rösch, in Ihrer Rede versichert – und jetzt zitiere ich: „Ich möchte an dieser Stelle noch einmal versichern, dass ich als Wannweiler Bürgermeisterin mein Möglichstes zum Gelingen dieser Partnerschaft beitragen möchte und ich bin überzeugt, das dies auch gelingen wird.“ Zitat Ende.

Das waren keine leeren Worte, Frau Rösch. Sie sind in unserer Gemeinde gut vernetzt und nutzen Ihre Kontakte und Ihren Einfluss, um die Partnerschaft weiter zu vertiefen, auch wenn der kommunikative und kulturelle Austausch natürlich von Vereinen oder einzelnen Personen gelebt und ausgefüllt werden muss. Sie unterstützen das Partnerschaftskomitee in jeder Hinsicht und sind für alle Fragen und Probleme offen. Man merkt, es ist Ihnen ein persönliches Anliegen, auch wenn es gerade bei größeren Feierlichkeiten mit einer Menge Arbeit verbunden ist.

Nicht vergessen möchte auch Ihr kulturelles Engagement, sei es bei Ausstellungen im Rathaus oder bei Aktivitäten in der Bücherei, für die Sie sich immer wieder einsetzen, oder nehmen wir Ihre Geburts¬tagsbesuche bei älteren Jubilaren, die neben einem netten Ge¬burtstagsgespräch durchaus auch den Sinn haben, etwaige Notlagen zu erkennen oder Wünsche und Bitten entgegenzunehmen, die die Verwaltung sonst nicht erreichen würden.

Erwähnen will ich auch Ihr großes Interesse an und Ihre vielfältigen Kontakte zu unseren örtlichen Vereinen, die von dem Willen zur guten Zusammenarbeit geprägt sind. An vielen Veranstaltungen der Vereine sind Sie präsent, ob abends, oder am Wochenende, das spielt für Sie kaum eine Rolle.

All diese Dinge sind Ihnen ein persönliches Anliegen und manches, was in dieser Richtung hier in Wannweil bewegt wurde, wäre ohne Ihre Initiative oder ohne Ihre Unterstützung sicher nicht in der Form geschehen, wie es verwirklicht und heute selbstverständlich ist .

Sie haben in diesen 20 Jahren einiges in Wannweil auf den Weg gebracht und eine gute Arbeit gemacht.

Sehr geehrte Frau Rösch,

wenn ich daran denke, dass Sie seit einem Jahr wieder im Kreistag vertreten sind und seit Neuestem auch noch den Vorsitz im Ab¬was¬serverband „Unteres Echaztal“ übernommen haben, dann wird deutlich, Sie machen - neudeutsch gesagt - einen absoluten Fulltime-Job.

Sie sind vielfach gefordert und vielseitig für die Gemeinde auch im Ehrenamt unterwegs und tätig. Das kann tagsüber, abends oder am Wochenende sein, ganz wie es halt sein muss und Sie machen das auch nach 20 Jahren noch immer mit hohem Engagement.

Für all diese Aktivitäten werden Sie heute vom Gemeindetag mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet, die ich Ihnen anschließend überreichen darf.

Der Gemeinderat schließt sich dieser Ehrung an und ist daran natürlich auch nicht ganz unbeteiligt.

Wir sagen Ihnen Dank und Anerkennung für die in 20 Jahren ge¬leistete Arbeit in und für die Gemeinde Wannweil und tun dies sicher auch im Namen vieler Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde.

Für die Zukunft, Frau Rösch, wünschen wir Ihnen viel Kraft, vor allem aber Gesundheit und Gottes Segen zur Bewältigung Ihrer vielfältigen Aufgaben.

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.“


Anschließend überreicht er Frau Bürgermeisterin Rösch einen Blumenstrauß und die Ehrennadel des Gemeindetags.


Frau Bürgermeisterin Rösch begrüßt nun ihrerseits den Gemeinderat, ihren Mann, ihren Vater, ihre Familie, die anwesenden Vertreter der Vereine, Herrn Pfarrer Gläser und alle Weggefährten.

Auch sie wolle einen kleinen Rückblick halten.

Es falle ihr schwer zu glauben, dass schon 20 Jahre vergangen sind, ihr käme die Zeit unendlich kurz vor und sie fühle sich auch nicht 20 Jahre älter.

Sie danke GR Herrmann für seine Ausführungen, denen sie sehr aufmerksam zugehört habe – demnach müsse es doch eine lange Zeit gewesen sein.

Ihr wären aus der ersten Amtszeit hauptsächlich die Katastrohen in Erinnerung. Drei Tage ohne Strom, der Brand bei Gummi-Reiff, zehn Tage ohne Telefon, 1999 der Sturm Lothar, 2002 das Hochwasser, welches neben dem Hagel 2013 die schlimmste Katastrophe gewesen sei.

Aber auch Positives sei aus dieser Zeit in Erinnerung. 1996 wurde das Rathaus eingeweiht, das sie noch mitentwickeln konnte. Unter anderem konnte dann auch noch das Rathauscafé verwirklicht werden. Sie danke dem damaligen Gremium für die offene Aufnahme.

Die Aufnahme in das erste Sanierungsprogramm mit der Verlegung des Bauhofs und der Sanierung der Hauptstraße fiel auch noch in diese Zeit.

In die zweite Amtszeit fiel dann 2005 die Einweihung des Pflegeheims, auf welches man zehn Jahre - von der Idee des Betreuten Wohnens bis zur tatsächlihen Realisierung eines Pflegeheims mit 48 Plätzen - hingearbeitet wurde. Weitere Projekte waren die Sanierung des Gemeindehauses, der Schule, die Eröffnung des Kinderhauses. Schon seit 1997 hatte man im Kindergarten eine durchgängige Betreuung bis 14 Uhr angeboten. Es folgte die Sanierung der alten Schule in der Eisenbahnstraße – hier gelte ihr besonderer Dank Frau Mergen¬thaler.

Ein großes Projekt in der dritten Amtszeit sei nun die Alte Spinnerei mit den 54 Wohneinheiten, der Sanierung des Gewerblichen Bereichs, wo weitere Wohneinheiten entstehen werden sowie einem Vollversorger. Dabei sei die Gemeinde nur am Rande tätig, nämlich mit der Echazbrücke zur Anbindung Richtung Grieß.

Ganz aktuell sei natürlich auch das Feuerwehrhaus mit 4 Mio. € ein großes Projekt, das Richtfest werde voraussichtilich im Juni stattfinden können. Weiter stehe man auch am Beginn der Sanierung Letten und der Ortskernsanierung 2. Eine Auftaktveranstaltung hierzu werde im April stattfinden.

Weiterer Schwerpunkt wären die Einrichtung der 30er-Zonen als eine der ersten Amtshandlungen gewesen, Wannweil wurde zur Solarkommune. Der Schutz der Umwelt und der Schöpfung sei Verpflichtung und werde vom Gemeinderat gelebt.

Um die Gemeinschaft zu fördern müsse man die Belange der Gesellschaft im Blick haben. Dies fange bereits mit der Betreuung der Einjährigen an, setze sich dann in Schule und Jugendhaus mit der Entlastung der Eltern fort und nicht zuletzt betreffe es das Älterwerden in einer Gemeinde.

Wenn es um ehrenamtliches Engagement gehe höre sie häufig: „keine Zeit“. Sie sei aber der Auffassung, dass man für Dinge, die einem wichtig sind auch Zeit habe.

Ihre Ehrenämter lägen auf drei Schienen.

Die erste Schiene sei die Bildung mit lebenslangem Lernen. Sie sei Mitglied im Schul- und Kulturausschuss, Vertreterin im Gemeindetag, außerdem im Landeskuratorium für außerschulische Bildung, seit 1997 im Aufsichtsrat der Volkshochschule und für den Gemeindetag im Landesverband der Volkshochschule.

Als sie 2004 Herrn Steinmaier gefragt habe, ob er sich im Förderverein der Uhlandschule einbringen wolle, habe keiner das Ausmaß der Ganztagsbetreuung von 7 – 17 Uhr mit ähnlich vielen Mitarbeitern wie bei ihr in der Diakoniestation geahnt. Vieles davon werde im Ehrenamt geleistet.

Es sei ihr wichtig, Menschen zu begeistern.

Das soziale Engagement sei eine weitere Schiene. Dazu gehöre ihr Vorsitz beim Freundeskreis Fröhliches Alter, der stellvertretende Vorsitz beim Freundeskreis Pflegeheim – hier wolle sie allen Engagierten für die Bewirtung beim Sonntagskaffee danken. Kontakt und persönliche Zuwendung sei für die Bewohner sehr wichtig. In den vergangenen Jahren wurden mehr als 4.000 Kuchen gespendet.

Die Diakoniestation sei ihr eine Herzensangelegenheit ebenso wie der Jugendhilfeausschuss.

Die dritte Schiene sei der Turngau, der für sie Ausgleich bedeute.

Sie danke










Sie bittet den Gemeinderat um Verständnis, dass sie manchmal relativ stur sein könne, der Spitzname „Esel“ für die Wannweiler zeige, dass sie ganz gut hierher passe. Auch Esel würden sich weigern, Wege zu gehen, von denen sie nicht glauben, dass sie ans Ziel führen.

Es gäbe noch viel zu tun und sie freue sich darauf, am Wohl der Gemeinde zu arbeiten, schließt Bürgermeisterin Rösch und lädt alle Anwesenden zu einem Umtrunk ein.


Die öffentliche Sitzung des Gemeinderats endet um 21.00 Uhr.

zurück zur Übersicht "GR-Sitzungsberichte"