Partnerschaft Wannweil - Mably:
Offizieller Festakt am 7. September 2003 in Mably

Auszug aus dem Gemeindeboten Wannweil vom 16. September 2003
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Besiegelte Freundschaft: Fast 300 Menschen, darunter die 69 Teilnehmer aus Wannweil, erlebten am Sonntag, 07.09.2003 den Festakt zur Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Wannweil und Mably am Rathaus von Mably. Außer den Wannweiler kamen auch Gäste der Partnerstädte Wantage-Grove (England) und Puerto Lumbreras (Spanien). Der Musikverein aus Mably spielte bei der feierlichen Zeremonie beide Nationalhymnen. Bürgermeisterin Anette Rösch und Bürgermeister Jean-Jacques Ladet zeigten erfreut die gerade von ihnen unterzeichneten Urkunden. Im nächsten Jahr werden sie dann auch in Wannweil die Städtepartnerschaft besiegeln.

Reisenotizen: Mably ist nicht nur eine Reise wert

Wannweil/Mably. Um allen, die nicht dabei waren, einen Eindruck zu geben, was sie versäumt haben, haben die reisenden Wannweiler sich Notizen gemacht – in kleinen Wartepausen, denn deutsche Pünktlichkeit hatte für ein Wochenende Pause in Mably.

Das heißt, die Abfahrt am Freitag aus Wannweil war noch superpünktlich morgens um fünf Uhr. Mit Steffen Ludäscher, dem besten Busfahrer, den die Gruppe sich nur wünschte konnte, ging es schnell und sicher Richtung Mably mit Ankunft eine Stunde früher als geplant. Ab dann konnte niemand mehr zu spät kommen, weil immer eine kleine oder auch größere Zeitverzögerung das verhindert hätte. „Cool Raoul“ heißt das Wortspiel auf Französisch, was auf Schwäbisch heißen könnte: „Noa ned pressiere“ oder: “Noa ned hudle“.

An die französische Lebensart kann man sich gut gewöhnen - oder lernt es notfalls sogar: Denn am Abfahrtstag waren die Gastgeberin des Busfahrers und ihre französischen Gäste beim Abschiedsessen absolut sicher, dass niemand ohne ihn fahren könne und deswegen auch seine Anwesenheit nicht pünktlich um 15 Uhr erforderlich sei. Erst in Ruhe essen, dann werde er zu Bus und Treffpunkt gebracht. Ihm war die unverschuldete und von ihm nur mit äußerster Mühe auf eine Viertelstunde begrenzte Verspätung mehr als unangenehm - die französischen Freunde erfreute es sichtbar, zumal es mehrfach geheißen hatte: Abfahrt nach deutscher und nicht französischer Zeit.

Die Verständigung klappte bestens – mit Händen und Füßen, wenn es mit dem Wörterbuch nicht so klappte. Und wenn es offiziell wurde, übersetzte Heike Gottwald, denn Frau und Herr Sennert, die sonst dolmetschen, mussten leider aus zwingenden familiären Gründen vorzeitig heimreisen.

Gäste aus Wantage-Grove in England und Puerto Lumbreras in Spanien - zwei weiteren Partnergemeinden von Mably - sorgten für noch mehr Europa-Flair mit Englisch-Spanisch-Französisch-Deutscher Konversation.

„Auf Wiedersehen in Wannweil“ – diese Einladung von Anette Rösch zur deutschen Partnerschaftsfeier im nächsten Jahr haben alle verstanden.

Bis dahin kann sich jeder Teilnehmer an der französischen Partnerschaftsfeier bei einem Glas „Côte Roannaise“ an den herzlichen, fröhlichen und informativen Aufenthalt erinnern, denn für jeden gab es eine Flasche Rotwein als offizielles Gastgeschenk. Was dazu noch privat von Honig bis Cidre als Souvenirs für die Rückfahrt mitgegeben wurde, wird nicht verraten – niemand soll neidisch werden.

Die mitgebrachten Maultaschen schmeckten den Gastgebern sehr gut, sie bekamen das Rezept dafür in ihrer Sprache.

Weil Mably direkt neben Reutlingens Partnerstadt Roanne liegt, machten viele einen Abstecher dort hin vor den offiziellen Besichtigungstouren. Schule, Jugendhaus, Mediatheque waren nur einige Ziele wie auch Sportanlagen und eine Farm, auf der die Rinder weiß und nicht lila sind.

Anlässlich der Partnerschaftsfeierlichkeiten fand eine Arbeitsitzung der Partnerschaftskomitees statt, an der auch die Delegationen von Wantage-Grove (England) und Puerto Lumbreras (Spanien), den weiteren Partnerstädten von Mably, teilnahmen. Das Protokoll dieser Sitzung ist weiter unten abgedruckt.

Beim „Deutschen Abend“ gab es nicht nur Maultaschen sondern auch künstlerische Kostproben mit dem Jungen Chor, dem Straßenkünstler Harald Fuhrmann und der Gruppe Funk Delicious aus Berlin.

Gefeiert wurde natürlich auf dem Stadtfest „La Fêtobourg“. Eine Freundschaft ohne Schranken: Ein Radrennen beim Stadtfest erforderte eine Streckensperrung, die Schranken wurden allerdings unkonventionell und ohne schriftliche Genehmigung für den Bus geöffnet.

Am nächsten Abend wurde bei einem gemeinsamen Essen der Gastgeber weiter gefeiert. Dabei hatten die „Burghau Goischter“ ihren großen Auftritt in französischer Sprache und machten mit der Wannweiler Schlangensage deutlich, dass schwäbische Fasnet kein Karneval ist sondern auf Brauchtum beruht.

Die Partnerschaftsfeier war ein weiterer Höhepunkt der Reise – zwar offiziell, aber nicht steif und protokollarisch sondern ein würdiger Rahmen für die Festigung einer neuen Freundschaft. Natürlich begann sie später als im Programm ausgedruckt und dauerte auch länger – dafür war sie auch herzlicher und persönlicher als manche sich vielleicht vorgestellt hatten. Viele Gespräche und Verabredungen für neue Treffen am Rande bewiesen das gegenseitige Interesse aller nicht nur an privaten Freundschaften sondern an gemeinsamen Aktionen und Projekten.